Auf ein Neues!

Examen raus und rann an die Bewerbung. Ach Schreck das Datum auf dem Zettel. Es sind jetzt 30 Jahre in diesem Beruf mit kurzen Unterbrechungen, die meiste Zeit Intensiv, Aufnahme oder Amnesie.
Ich habe es geschafft nach ein paar Telefonaten die Möglichkeit zu bekommen um für eine Woche zu hospitieren. Also um 7 Uhr auf Station zur Übergabe. Bin natürlich früher da, man will ja einen guten Eindruck machen. Ich werde an der Tür zur Intensiv von einem Kollegen empfangen, dem ich die nächsten Tage also auf die Nerven gehen werde. Habe im Vorfeld schon mitbekommen dass dort einige Betten gesperrt sind wegen Personalnot. Nach dem Umkleiden sehe ich meinen Namen auch schon auf der Einteilung der Patienten. Zum Glück nur als Unterstützung, man kennt es auch anders.
Nach einer allgemeinen Übergabe geht es in die Einheit. Der Kollege vom Nachtdienst will ja nach Hause. Der Kollege kommt wir setzen uns hin und bekommen eine Übergabe die ich so nur in Büchern erlebt/gelesen habe. Es wird alles über den Patienten erzählt auch wer wann zu Besuch da war und was mit ihnen besprochen wurde.
Dann gingen wir zu unseren Patientin, man bemerke Einzahl, die übliche Antrittsroutine, danach ein Kaffee und einen Rundgang über Station. Dann Grundpflege, Medikamentengabe und Frühstück für den Patienten. Nachdem mit dem Arzt die Zeit für die Visite vereinbart wurde folgt das eigene Frühstück.
Auf die Frage ob es Sonderfall ist dass wir zu 2 einen Patienten versorgen, bekomme ich zu hören dass es normalerweise anders ist (bin beruhigt, dachte schon gleich werde ich wach). Normalerweise betreuen eine Fachkraft und ein Pflegehelfer zusammen den Patienten. Ok den muss man sich mit einem weiteren Kollegen teilen. Das war der erste Patient den ich betreute, dem schlecht wurde weil er dauernd gelagert wurde.
Den Dienstplan schreiben die Kollegen hier im großen und ganzen alleine für sich, schliesslich sind wir sind ja alle erwachsen und wissen wie viel wir in einer Periode arbeiten müssen. Es gibt die Möglichkeit nur Früh, nur Spät oder Nachtdienst zu arbeiten. Im Nachtdienst werden die Stunden anders gerechnet da diese Schicht so anstrengend ist. Hier muss man dann in der Woche weniger Stunden anwesend seien und es gibt auch sehr viel mehr Geld am Monatsende.
Nach dieser Schicht war ich geplättet. Ich wurde noch gefragt ob ich noch auf anderen Stationen reinschnuppern will, ja gesagt und zugegriffen: also nächster Tag Aufwachraum. Entspannt, entspannt.

Jetzt werden sich alle Fragen wo dieses Paradies ist?! Einen Haken hat es natürlich das kennt man ja, in diesem Fall ist es jener, dass es im Ausland ist und nicht deutschsprachig.
Mich hat es vor dem Wechsel leider zerlegt gesundheitlich. Bin aber jetzt im Land und es wird wieder losgehen. Diese Hospitation hat mir gezeigt es auch anders gehen kann, und ohne dass man auf dem Zahnfleisch kriechen muss.

2 Gedanken zu „Auf ein Neues!

  1. l.t.m.

    Wäre ich nicht irgendwie so sesshaft und müsste befürchten im Ausland völlig heimwehkrank zu werden – nicht nach der Heimat als Land sondern nach meinen Freunden und meinen Liebsten… wäre ich schon weg. Eine Sprache wir ja wohl noch zu lernen sein – egal in welchem Alter.

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    1. snoopylife

      Geht mir genauso. Schade finde ich auch, dass nicht das genaue Land erwähnt wird, als Tipp für die, welche nicht ganz so „unflexibel“ sind. Trotzdem man jetzt sagen könnte, wir graben uns damit selber das Wasser ab: Ich gönne wirklich jedem, wenn er oder sie einen Job findet, der mit Pflege zu tun hat UND den eigenen Idealen entspricht. Das scheint ja bei uns nicht zusammen zu passen, leider.

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