Beziehungen in Zeiten des Schichtdienst.

Andere Menschen gehen aus und haben Spass. Es ist Samstagabend.
Ich muss rechtzeitig zu Bett weil bereits um 04:00 Uhr der Wecker klingelt.
‚K. ist auch da, er sagte ihr habt euch schon Wochen nicht mehr gesehen!‘
verspricht die Nachricht die ich bekomme während ich schon im Bett liege.
Ich wälze mich durch die Nacht.
Der immer wieder gleiche Gedanke: nicht einschlafen um nicht zu verschlafen.
Der Mann kommt um 03:00 morgens heim, ich schlafe oberflächlich,
höre seinen Schlüssel im Schloss und lasse mich fallen
1,5 Stunden später quäle ich mich aus dem Bett.
Mit dem Gefühl als sei mir ein Panzer direkt über den Kopf gefahren.
Immerhin leider die Hoffnung es gibt viel zu tun
und man wird keinen Gedanken daran verschwenden können müde zu sein.
Es ist irgendwas um 14.00 Uhr als der Feierabend eingeläutet wird.
Und 21:00 Uhr als ich knapp 17 Stunden Tag auf dem Rücken trage.
Der Tag mehr Gummiband als Genuss.
Einkaufen, aufräumen, die Waschmaschine in Gang werfen.
Am Abend sitzen wir gemeinsam am Esstisch,
die manchmal scheinbar einzig überschneidende Tatsache.
‚Und wie war dein Tag?‘
Ich erzähle Geschichten die er eigentlich nicht hören will.
Er beisst durch und sagt irgendwann:
‚Am Mittwoch sind wir zum Essen eingeladen..‘
‚Welche Uhrzeit?‘
‚19.30 Uhr‘
‚Kann ich nicht, hab Dienst bis 22:00 Uhr.‘

Verabredungen absagen und sich immer wieder dann einigeln
wenn man mal einen Abend gemeinsam hat.
Überschneidende Freizeit wird zu Abwägungssache und Rarität.
Freunde oder Beziehung?

Vegetation von Dienst zu Dienst und Frei zu Frei.
Keine Kraft für Hobbys oder Freizeit.
Und nach einem 18 Stunden Tag noch an Sex zu denken ist so oder so Utopie.

Hallo schön dich zu sehen,
scheinbar wohnen wir in der gleichen Wohnung.

Liebe in Zeiten von Schichtdienst ist sich überschneidend schlafend zu sehen.
Und irgendwann zwischendurch Emails mit Herzen zu schreiben,
nur um sicher zu gehen dass man sich gegenseitig nicht vergisst.

Ein Gedanke zu „Beziehungen in Zeiten des Schichtdienst.

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