Bild(et) unsere Meinung.

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Als ich heute Mittag
über die Titelseite stolperte,
war ich kurzweilig etwas aufgebracht.
Pfleger bekennen
Wir haben schwere Fehler gemacht!

Nicht weil ich überrascht war das es tatsächlich mal gesagt wird,
sondern beim ersten lesen der Zeilen
empfand ich diese Satz- & Wortkombination
als sehr anprangernd.
Anprangernd der Pflege gegenüber,
mit dem Nachklang als sei es allsamt die Schuld der Pflege.

Ja, wir machen Fehler, viel zu viele wie ich finde.
Man muss sich das nicht schön reden,
dass die meisten Fehler die uns passieren
vermeidbar wären, alleine schon durch nicht ständige Unterbesetzung
und dem damit verbundenen eng geschnürtem Zeitfenster.
oder Fluktation und dem entstehenden Fachkenntnismangel.
Ich möchte gar nicht näher auf den Artikel eingehen,
allerdings der Pflegerin etwas vorzuwerfen finde etwas hochgegriffen,
schliesslich arbeitet sie in der ambulanten Pflege
und besuchte diese Patientin 3x die Woche,
müsste man immer die Angst haben ein Patient könnte gleich sterben,
dann müsste man 24h am Bett sitzen bleiben.
Noch dazu hatte die betreute Dame trotz ihrer 85 Lebensjahren
ein Selbstbestimmungsrecht.
Dass es in diesem Fall zum Tod der Patientin kam ist vermutlich
ein Zusammenspiel mehrerer ungelegener Faktoren.
Und dass ein Patient der Morgens ambulant betreut wird
Abends tot im Bett liegt ist wahrlich keine Seltenheit.
Klingt für Nichtpflegende jetzt sicher wie ein blöder Satz,
aber vielleicht wusste sie auch was passieren wird und wollte sterben.
Und Pflegetätige werden mir hier zustimmen, es gibt vereinzelt Patienten
die so etwas sehr wohl vorher ’spüren‘ und/oder dem nicht aus dem Weg gehen wollen.

Nichtsdestotrotz halte ich den Titel für nicht sehr glücklich gewählt.
Dem generellen Qualitätsjournalismus des Faltblattes ganz aussen vor.
Anstatt hier die Pflege sich bekennt und an den Pranger stellt,
sollte man lieber hinterfragen, warum es so weit kommt.

Wir werden sehen, was die folgenden Tage noch kommt.

Habt ihr es gelesen?
Wie denkt ihr darüber?

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