Kategorie-Archiv: Rechtliche Fakten

Pflegestreik.

Die Pflege in Deutschland ist krank. Erkrankt an Arbeitsüberlastung, geringer Wertschätzung, Unterbesetzung und zu geringem Gehalt. Das haben sicher die meisten Menschen bereits mitbekommen. Wer Pflegende in der Familie oder im Freundeskreis hat kennt ihre Geschichten aus dem Alltag in deutschen Krankenhäusern, den Pflegeeinrichtungen und den ambulanten Diensten. Überall ähneln sie sich.

Vor ein paar Wochen gab es nun aber einen Streik an der Berliner Charité. Die Pflegenden haben ihre Arbeit niedergelegt. “Großartig” und “das wurde auch Zeit” haben sicher einige gedacht. Und das wurde es auch. Ich persönlich habe gehofft, dass in den Medien endlich über die Zustände in der Pflege berichtet wird. Dass Pflegende wach gerüttelt werden, sich für ihren Beruf und damit auch für die Menschen die sie versorgen einzusetzen.

Medial berichtet wurde aber kaum. Hier und da mal ein kurzer Bericht, der aber in den meisten Fällen nicht die tatsächliche Problematik in der Pflege angesprochen hat.
Auf Twitter tauchte der Hashtag #Pflegestreik auf. Pflegende aus allen Bereichen erzählen von ihren Problemen, von erlebtem. Viele reden davon unter diesen Umständen nicht mehr lange in diesem Beruf bleiben zu können, den sie eigentlich lieben. Jeden Mittwoch ab 13:45 wird eine sogenannte Mittwochsdemonstration gestartet, mit dem Ziel in den Twittertrends zu erscheinen und so die Menschen und die Medien auf das Thema aufmerksam zu machen. Politiker werden angeschrieben, sich doch bitte des Themas anzunehmen. Die Resonanz ist in den meisten Fällen, dass wir gar nicht erst eine Antwort bekommen.
Die Solidarität in den sozialen Medien ist relativ hoch. Viele sind erschrocken über die Zustände. “Ich wusste das es schlimm aussieht. Aber so schlimm hatte ich nicht erwartet” war zum Beispiel einer davon.

Die große Hoffnung, die ich zu Beginn des #Pflegestreiks hatte, weicht allerdings so allmählich einer gewissen Nachdenklichkeit. Ich denke darüber nach, wie es jetzt weiter geht. Twittern ist die eine Sache, aber das allein ändert nichts. “Streikt doch endlich mal im großen Stil” sagen viele. “Ja, geht bald los” würde ich gerne antworten. Kann ich aber nicht.
Auf meiner Station haben viele nichts davon mitbekommen, dass die Pflege der Charité streikt. Als ich davon erzählte wurde es mit einem “ändert ja eh nix” abgetan. Ich war ernüchtert. Und zwar so richtig. Diesen Satz habe ich schon so oft von Pflegenden gehört. Er wird als Ausrede benutzt um nichts tun zu müssen. Man könnte meinen, dass der Leidensdruck dann halt noch nicht groß genug ist. Aber das verrückte ist ja, dass er das ist. Er ist so hoch, dass viele ihre Stelle kürzen, weil es Vollzeit nicht mehr geht, werden krank oder verlassen gleich ganz die Pflege.

Warum das so ist, darüber kann ich nur spekulieren und die Gründe werden vermutlich vielschichtig sein. Pflege hat es nie gelernt für sich selbst zu kämpfen. Wir haben keine Lobby wie zum Beispiel die Ärzte, man sieht sich selbst als schwächstes Glied der Kette und man weiß nicht, was man denn überhaupt tun könnte. Er herrscht Uneinigkeit, über welchen Weg denn am besten die Ziele erreicht werden können. Streik, Pflegekammer, Politik, Berufsverbände? Wo soll man sich engagieren? Welcher Weg führt uns zum Ziel?
Über all das kann man hervorragend streiten.

Die Frage, die mich aber am meisten beschäftigt, ist wie wir es endlich schaffen können, die Pflege dazu zu bewegen nicht mehr länger alles über sich ergehen zu lassen. Sich endlich zu wehren. Und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie das gelingen soll.

Deshalb wünsche ich mir eine Gewerkschaft, die sich für Pflegende einsetzt. Aktiver um Pflegende Mitglieder wirbt. Ihnen zeigt, welche Möglichkeiten sich durch eine Mitgliedschaft bieten.

Ich wünsche mir eine Pflegekammer um der Pflege eine Lobby zu geben. Die die Interessen der Pflege vor Politik und anderen Kammern wie zum Beispiel der Bundesärztekammer vertritt.

Ich wünsche mir, dass die Politik endlich begreift, dass wir eine Reform benötigen, die ihren Namen verdient. Es geht hier immerhin darum, wie unser Land mit pflegebedürftigen Menschen umgehen will.

Und ich wünsche mir Berufsverbände die lauter sind als jetzt. Mit gezielten Aktionen medienwirksam auf die Probleme in der Pflege aufmerksam machen.

Und von euch liebe Pflegende wünsche ich mir, dass ihr euch endlich für euren Beruf engagiert, den ihr so liebt. Euch informiert über die Möglichkeiten die ihr habt und über eure Rechte als Arbeitnehmer. Lernt endlich Nein zu sagen.

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Nanunana

„Kontrolle nicht möglich mangels Personal“
oder auch Gedanken zu Pflegestreik

Wir müssen nicht einmal „richtig“ streiken. Es würde reichen, wenn wir aufhören dieses kranke System weiter mit vollem Einsatz zu unterstützen, um allen zu zeigen, dass eigentlich jetzt schon nichts mehr geht.“ So ähnlich schrieb ich ein paar meiner zahlreichen Tweets zum Pflegestreik. Prompt kamen die Antworten: „Warum tut ihr es dann weiterhin?“

Ja meine lieben Kolleginnen und Kollegen, die Frage möchte ich gern weiter geben.
Warum tun wir das?

Ehrlich gesagt, so richtig verstehen tue ich das nämlich auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus einem ganz anderen Bereich in die Pflege gewechselt bin und dort meinen kleinen „Papierstreik“ bereits hinter mir hatte. Zur Erklärung:

Bevor ich auf die geniale Idee kam, meine Ausbildung in einem Beruf zu machen, der ganz viel Anerkennung mündlich wie schriftlich mit sich bringt, nur leider genau gar keine im beruflichen Alltag oder gar auf dem Girokonto, war es meine Aufgabe, dass wichtige Dinge pünktlich am richtigen Ort sind. Diese wichtige Dingen konnten alles sein. Von Werkzeugersatzteilen über Toilettenpapier bis hin zu Dienstwagen und Lkw Ladungen voller Plastikprömpel, die in irgendwelche Aschenbecher für Autos eingebaut werden.
Ich arbeitete nämlich im Einkauf eines Automobilzulieferers. Ist auch nicht weiter wichtig, denn diese Job hatte ich prima im Griff und da ich in einer Zweigstelle eingesetzt war, hatte ich sogar den Luxus, mein eigener Chef zu sein ohne die anderen, natürlich noch viel wichtigere Dinge bestellenden, Einkäufer im Nacken zu haben.

(Könnt ihr mal sehen, was andere Leute teilweise beruflich so für Sorgen haben. „Also, die Teile, die ich bestelle, sind aber viel teurer als Deine. Ich bin hier dass Rennpferd.“ Glückwunsch dazu.)

Es begab sich jedoch, dass sich an einer ganz andere Ecke des Betriebes ein Loch auftat. Nämlich im Wareneingang. Dort waren normalerweise mehrere Gabelstaplerfahrer, 2 Lageristen, 2 Mitarbeiter der Qualitätssicherung und der Lagerchef zugange. Die Gabelstaplerfahrer hatten sich jedoch entschlossen, gleich mal alle gleichzeitig zu kündigen, ebenso ein Lagerist. Nun, da ich meine Baustelle im Griff hatte und meine Überstunden auf dem Zeitkonto brav in Form von verlängerten Wochenenden abgebaut hatte, wurde ich gebeten dem Lagerchef doch „etwas Tipperei“ am PC abzunehmen. Bestände ein- und aus pflegen eben, dachte ich, also kein Problem. Der arme Kerl hasste eh die PC Arbeit, die mit seinem 2 Fingersuchsystem auch noch ewig lang dauerte. Nun komme ich mittags, nachdem ich meinen eigenen Schreibtisch im Akkord abgearbeitet hatte, rüber und erlebe folgendes:
Der Chef des Wareneingangs sitzt auf dem Stapler und lädt Lkws ab, packt die Kisten und Paletten irgendwo hin und drückt mir die Lieferscheine und zwei Stempel in die Hand. Einmal „Ware erhalten“ und der zweite „Stückzahl und Qualität kontrolliert“. Ich sollte das bitte stempeln und unterschreiben, er mache das normalerweise nach Kontrolle aber dafür hätte ja aktuell keiner Zeit. Es ständen noch 4 Lkws mit äußerst schlecht gelaunten Fahrern auf dem Hof, er wüsste gar nicht wie er das schaffen soll. „Und die Bestände?“ fragte ich daraufhin. Die seinen völlig egal, den Computerscheiß schaffe er eh seit Tagen nicht, da stimme sowieso nix mehr im System.

(Fein, dachte ich. Wenn die Bestände nicht stimmen, dann wird es auch schwierig, meinen Job vernünftig zu machen. Denn was soll ich in welchen Mengen nachbestellen, wenn ich gar nicht weiß, ob und wenn ja, wieviel davon im Haus ist? Egal, da muss ich mich dann wohl später drum kümmern.)

„Und was ist mit den beiden Herren von der Qualitätssicherung?“ Die machen irgendwas anderes mit den fertig gebauten Teilen von oben. Die helfen nie im Wareneingang. Hätten nur ihr Büro hier unten.

So liebe Kollegen aus der Pflege, das kommt Euch doch jetzt sicher bekannt vor. Arbeit, die nicht zu schaffen ist. Ausgebildete Fachkräfte, die Helfertätigkeiten durchführen und daher zu ihrer eigentlichen Arbeit nicht mehr kommen, dies jedoch unterzeichnen sollen. Und weitere „noch besser“ ausgebildete Fachkräfte, die lediglich auf dem Papier dazu gehören, sich aber überhaupt nicht dazu berufen fühlen, auch nur irgendwas zu tun. Fast wie auf Station, nur ohne Patienten, oder? Nun komme ich, in meinem jugendlichen Leichtsinn und mache folgendes: Ich latsche zurück zu meinem Schreibtisch, hole meinen einstellbaren Stempel und drehe mir ein nettes „Kontrolle nicht möglich mangels Personal“ zurecht. Da war der Lagerchef aber plötzlich ganz aufgeregt. „Das könne ich doch nicht machen, das ginge bestimmt bis ganz oben.“ „Ja, das ist der Sinn der Sache. Die müssen nämlich wissen, was hier los ist, sonst ändert sich nichts. Außerdem unterschreibe ich ganz sicher nicht für ganze Lkw Ladungen, deren Inhalt ich nie gesehen habe, dass es sich um einwandfreie Ware im Wert von 125000 € handelt. Ganz sicher nicht.“

Um es kurz zu machen: Mein Stempel kam auf die Scheine. Und mit ihm kamen die Damen und Herren aus der Teppichabteilung. Zuerst ging ich selbst zum Betriebsleiter rüber (ein wirklich netter Kerl) der umgehend 2 Leiharbeiter mit Gabelstaplerschein organisierte, die schon am nächsten Morgen ihre Arbeit aufnahmen. Dann kam mich der Chef des Einkaufs besuchen. Durch die Blume gratulierte er mir zu meinen „Eiern“ als popelige Bürohilfe so eine Welle zu reißen. Also quasi mal eben der Personalabteilung per Stempel zu erklären,
dass sie es verkackt hat.
Daran hatte ich bis dahin überhaupt keinen Gedanken verschwendet. Ups!
Zum Schluss kam dann auch noch die Betriebsratsvorsitzende, die meinte, ich solle umgehend in die Gewerkschaft eintreten, wenigstens aber beim nächsten Mal zur Wahl des Betriebsrats antreten. Ich, die 19 jährige Bürohilfe, mit dem komischen Stempel? So ganz verstand ich das Theater damals nicht. Ist auch egal, denn es kam sowieso alles anders. Die Firma gibt es mittlerweile nicht mehr, und ich wollte auch auf etwas ganz anderes hinaus.
Ich habe bis heute noch nie unter irgendetwas meinen Namen gesetzt, wenn ich es nicht selbst erledigt oder mindestens persönlich kontrolliert habe. Für mich bedeutet mein Handzeichen nicht „Guck mal, ich war auch im Dienst.“ sondern „Hierfür trage ich die Verantwortung.“ Und noch mehr Angst, als damals die Verantwortung für eine 125000€ teure Lkw Ladung, die theoretisch ein paar Paletten Papiermüll hätten sein können, zu übernehmen, habe ich heute, dafür zu unterschreiben, dass es einem Patienten gut geht, er jegliche notwendige Unterstützung von mir erhalten hat und ich dafür quasi bürge. Erst recht, wenn ich auch noch ganz genau weiß, dass dem definitiv nicht so ist.
Ich hatte es bislang natürlich auch sehr einfach, dieses Prinzip konsequent durchzuhalten. Während meiner Ausbildung durfte ich ohnehin nur selten selbst dokumentieren (sitzende Tätigkeit, das lassen sich einige Schwestern nur sehr ungern abnehmen, wo doch alles andere schon nur Rennerei und Hetze ist) Und danach bin ich direkt in die Notaufnahme. Dort ist natürlich klar: Wenn ich dokumentiere „EKG gelaufen“ dann, weil ich den Ausdruck bereits in der Hand halte. Alles andere wäre einfach nur bescheuert.

Nichts desto trotz will einfach nicht in meinen Kopf, warum ALLE meine Kollegen, die ich kennen, so „locker“ mit ihren Handzeichen sind. (Entspannt Euch, liebe Kollegen, ich erkläre gleich, was ich mit locker meine.)
Sorry, aber es tut mir körperlich weh Lagerungspläne, Verzeihung „Mobilisationspläne“, zu lesen, auf denen 18 Patienten um 16 Uhr auf links gelagert wurden. Von 2 Pflegekräften. WAS SOLL SO EIN SCHEISS??! Natürlich haben die 2 Kollegen die sogenannte Lagerungsrunde gemacht und natürlich sind auch alle Patienten bewegt worden aber ganz sicher nicht alle um 16 Uhr.
Warum schreiben wir dann so etwas? Warum dokumentieren wir „aktivierende Ganzkörperwaschungen“ mit drölfzig Prophylaxen bei 16 Patienten, zu dritt zwischen 7:00 und 8:30 Uhr. WARUM? WER SOLL DAS GLAUBEN?

Liebe fachfremden Leser, bitte versteht mich an dieser Stelle nicht falsch. Wir sitzen nicht alle sorglos im Dienstzimmer herum und lassen „locker“ ein paar Handzeichen über die Seiten fliegen, Hauptsache die Dokumentation ist hübsch, scheiß auf den Patienten. Im Gegenteil! Viele meiner Kollegen tun alles in ihrer Macht stehende um jedem Patienten zumindest das Notwendigste an Pflege zukommen zu lassen und verachten nahezu die ganze Schreiberei, für die so wertvolle Zeit verloren geht. Ein Großteil der Pflegerinnen und Pfleger aus meinem Umfeld, würde nicht einmal die Kühlschrank Temperatur als ok abhaken ohne auch wirklich nachgesehen zu haben. Und erst recht nicht einem pflegebedürftigem Patienten einen intakten Hautzustand attestieren, ohne jeden Zentimeter auch wirklich inspiziert zu haben. Das meine ich nicht, wenn ich von „locker“ spreche.

Es geht mir um die Dinge, die wir nach täglichen Abwägen der Prioritäten weglassen MÜSSEN, weil einfach keine Zeit dafür da ist. Der Patient, den ich aus Zeitgründen nicht ins Bad sondern lediglich an die Bettkannte mobilisieren konnte. Bei dem Pneumonie Prophylaxe darin bestand, bei geöffnetem Fenster ein paar mal tief durchzuatmen um die frische Luft zu genießen und sonst nix. Den ich nicht mal aus seinem Schlafanzug geholt habe, weil es ihm zum Glück eh wurscht ist, ob er im Schlaf- oder Jogginganzug an seiner Bettkante sitzt um auf das Frühstück zu warten. Ich kann das durchaus verantworten. Natürlich fallen mir mindestens noch 30 Dinge ein, die ich aus pflegerischer Sicht zur Gesundung des Patienten beitragen könnte. Dummerweise warten aber noch 8 andere Patienten, deren Blutdrücke ich noch nicht kenne, die womöglich Schmerzen haben, dringend zur Toilette begleitet werden müssen oder gar im sterben liegen. Also entscheide ich: „Diesem Patienten geht es jetzt gut genug, Mindestmaß erfüllt, weiter geht`s.“
Wie gesagt, das kann ich gerade noch verantworten. Warum aber (und jetzt bitte ich meine Kollegen hier ernsthaft um Antworten, weil ich den Stationsalltag wirklich nur aus Schülersicht kenne) dokumentiere ich danach dieses „Wunderland“?
Mobilisation in Nasszelle, Teilkörperwäsche, Mundpflege, alle relevanten Prophylaxen, bla blub trallala… WAS SOLL DAS?

Schreiben wir es doch einfach mal so wie es ist.

„Gesicht gewaschen, Zähne raus, geputzt wieder rein, Katheterpflege, zum Frühstück in Rollstuhl mobilisiert, mehr war nicht drin.“

oder

Blutdruck, Puls, Temperatur im grünen Bereich, Patient bemerkt den Stress der Pflegekraft und verzichtet auf Hilfe bei der Körperpflege mit den Worten „Bekomme heute eh keinen Besuch, reicht wenn ihr mir morgen ins Bad helft. Zu Hause gehe ich auch nicht jeden Tag duschen, erst recht nicht wenn ich krank bin.“

oder

Vitalzeichen o.B. Wegen eines Notfalls in Zimmer 146 Patient erst nach dem Frühstück wieder angetroffen. Herr M. musste daher in Schutzhose abführen, ist seitdem verständlicherweise sehr schlecht gelaunt und verweigert nun weitere Unterstützung zur Körperpflege und sämtliche Prophylaxen.

oder

Patientin musste aufgrund der Unterbesetzung von Praktikantin bei der Körperpflege unterstützt werden. Frau S. fühlt sich gut versorgt, ob Pflegehandlungen nach Standard und fachlich korrekt durchgeführt wurden, kann nicht beurteilt werden.

Versteht Ihr was ich meine? Ich denke schon.

Mit Hilfe des #Pflegestreik wollen wir unsere aktuelle Situation deutlich machen. „Leute, es geht so nicht weiter! Ihr sterbt womöglich, obwohl wir uns für Euch krank schuften!“ in die Welt schreien. Änderungen müssen her! Ein verbindlicher Personalschlüssel muss her! Und bei aller Liebe, wenn wir genug junge Menschen dazu bewegen wollen, eine Beruf in der Pflege zu ergreifen, wird auch mehr Kohle dafür auf den Tisch kommen müssen. Das sollten wir den Menschen auch genau so sagen. Und ich finde, wir sollten dann auch aufhören, uns selbst zu belügen, indem wir Dinge schön schreiben, die nicht schön sind. Wozu auch? Für die Stationsleitung, die PDL, das Krankenhaus, den MDK, die Politik? Für wen? Alle, die damit zu tun haben, wissen, dass wir unmögliches möglich machen sollen. Warum also weiter lügen? Warum hinter 34 Pflegehandlungen auf einer Liste mein Handzeichen machen, um Geld von der Krankenkasse zu bekommen, das nur für 6 davon reicht? Warum so tun, als würde diese System auch nur annähernd funktionieren?

Wir sind das schwächste Glied in dieser Kette, sollen aber den Kopf hinhalten. Wenn irgendwas schief geht, ist schnell ein Schuldiger gefunden. Die Pflege, wer sonst? Warum also sollten wir weiterhin für die 125000€ Lkw Ladung, ähm Verzeihung, für die angebliche Gesundheit des Patienten verantwortlich zeichnen?

Warum nicht einfach ein „Kontrolle nicht möglich, mangels Personal“ Stempel?

Quelle: @Emergencymum

Was einem passieren kann wenn man Rechte einfordert.

Wir sind ein Betrieb in der Pflege. Wir kümmern uns um schwerkranke Menschen, die ohne 24h Überwachung keine Möglichkeit zum Weiterleben haben.
Natürlich sind wir uns bewusst, dass diese Menschen immer auf uns angewiesen sind und wir deshalb freundlich und professionell sind. Wir haben ein Pflegeleitbild wie aus dem Buch.
Wir werben mit eine ausgeglichenen Work-Life-Balance um neue Mitarbeiter. Bla bla bla…

Aber jetzt mal im Ernst,
Dieses ganze Papier, auf dem das steht, kann man getrost anzünden.
Es ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde. Es ist ganz einfach eine Lüge.
Eine gesellschaftlich akzeptierte Lüge.
Warum ich das sage? Weil es jeder, der es sehen will, auch sehen kann.
Aber man liest ja lieber Pflegeleitbilder und Internetseiten und vertraut MDK Bewertungen,
in denen kaum eine Einrichtung unter der Note Eins abschneidet.
Und wir tun das obwohl jeder weiß, dass wenn doch alle eine Eins haben entweder das Niveau lächerlich ist oder einfach beschissen wurde.
Ähnlich ist es beim Thema „Work Life Balance“. Alle Betriebe im Gesundheitswesen sind natürlich stets um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter besorgt. Woher kommen dann aber die ganzen überlasteten und kranken Kollegen? Sind die alle unterdurchnittlich belastbar oder haben die einen Burn Out weil die viele Freizeit sie so überfordert? Wohl kaum.
Wann kommt denn mal die Gewerbeaufsicht und überprüft Verstöße gegen das ArbZG.
Die Antwort lautet: NIE! Warum denn auch?
Es beschwert sich ja niemand, denn in der Pflege so heißt es, ist alles anders.
Und über die papiergewordene Selbstbeweihräucherung per Pflegeleitbild will ich gar nicht erst reden, da ich sonst mein Frühstück von der Tastatur kratzen muss.

Zum eigentlichen Thema
Ich habe mir schon länger, besonders bestärkt aber durch die Beiträge im Blog Pflegenot,
überlegt, mir das nicht mehr bieten zu lassen.
Um zu verstehen was hier geboten wird, muss man erst einmal wissen, dass wir in der ausserklinischen Beatmungspflege 12h Dienste haben.
Das ist wichtig um zu verstehen, was es heißt fünf Nachtdienste am Stück zu arbeiten.
Das ist nämlich das Maximum dessen, was der Gesetzgeber zulässt. Aber da in der Pflege ja alles anders ist, ist bei uns noch lange nicht Schluß.
zum Beispiel die 136h in 14 Tagen, wie ich sie grade hinter mir habe.

Eigene Schuld denkt ihr?
Ja sicher, muss ja keiner machen so ne kranke Scheiße. Das ist ja auch nicht gut für die Patienten, wenn da einer hockt, der offensichtlich kein zu Hause mehr hat.
Richtig! Das ist für niemanden gut.
Aber ich erkläre euch jetzt mal, was passiert wenn ihr tatsächlich aufsteht und sagt: NEIN.
Kurzfassung: Ihr geht kurz drauf zum Arbeitsamt!
Exakt so ist es mir wiederfahren. Die Vorgeschichte zu diesem Finale ist hier zu lesen.
Ich habe alles was dort steht noch mal bei meiner PDL thematisiert und deutlich gemacht, dass ich nicht bereit bin so etwas weiter mit zu tragen.
Ich habe gesagt, dass ich nicht ausschließlich Krankenpfleger sondern vor allem Familienvater bin und Zeit mit meinen Kindern verbringen will.
Dass es Grenzen der Belastbarkeit gibt. Dass das alles auch nicht im Sinne der Patienten ist.
120h am Stück und dann 3 Tage frei,
keine Geschichte, die unter exzellente Work-Life-Balance fällt.
Ende vom Lied war ein Dienstplan in dem ich vier freie Tage hatte in 3 Wochen.
Nochmal zur Erinnerung: Trotz 12h Schichten!
Untragbar….
Aber es kam noch besser.
Ich wurde zu einem weiteren Dienst verpflichtet und da waren es nur noch 3. Bei der Gelegenheit wurde mir ein Termin für ein Mitarbeitergespräch genannt, an dem ich zu erscheinen habe.
Ein Gespräch mit der Geschäftsführung, also sehr wichtig.
Was dann geschah war wie in einem schlechten Film.
Ein Kollege rief an und sagte er solle bei uns einspringen, einen Tag nach diesem Gespräch.
Dabei war der Dienst gedeckt.
Ich wurde hellhörig.
Er sollte MEINEN Dienst übernehmen!

Dann kam der Tag des Gesprächs.

Wohl eher des Standgerichtes, im Nachhinein betrachtet.
Ich komme zum Termin, man lässt mich, wie es sich für einen niederen Mitarbeiter gehört, eine halbe Stunde warten.
Ich werde ins Büro gebeten, 3 Leute sitzen mir gegenüber.
Meine PDL, der Geschäftsführer und eine mit Block und Stift bewaffnete Bürokraft.
Man sagt mir ins Gesicht ICH wäre untragbar für das Unternehmen.
Der Geschäftsführer persönlich meint, ihm würde „meine Art nicht gefallen“ und es folgen allerlei belanglose Plattheiten, die offensichtlich nur dazu dienen sollen, mich zu provozieren. Während dessen nutzte ich die Gelegenheit und las die Zettel, die er auf dem Tisch liegen hatte. Kündigungsschreiben in zwei verschiedenen Ausfertigungen mit meinem Namen darauf.
Es folgten weitere Anschuldigungen, die immer noch nicht meine Arbeit betrafen, sondern einfach nur persönlich beleidigend waren.
Dann der Hauptvorwurf: Ich würde durch meine ständigen Forderungen Unruhe in den Betrieb bringen, das wäre nicht hinnehmbar.

Ich blieb ruhig, gezwungen ruhig…

…denn auf dem Tisch lag auch eine fristlose Kündigung mit meinem Namen, die Begründung konnte ich nicht lesen, ahnte aber, dass es wohl was mit der sehr provozierenden Gesprächsführung seitens PDL und Geschäftsführung zu tun haben könnte.
Denn Gründe, die außerhalb meiner unverschämten Forderung nach Einhaltung von Arbeitsverträgen und gesetzlichen Vorschriften lag, kamen bis zuletzt nicht. Dafür aber der schockierende Vorwurf, ich hätte es einmal versäumt meine PDL zu begrüßen.
Ja, dafür kann man auch schon mal jemanden kündigen.
Es war also Fresse halten angezeigt.
Gegen Ende des Gesprächs wollte mir die Geschäftsführung dann noch einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg gebe. „Nehmen Sie`s besser sportlich. Ich verfüge dann doch über weitaus mehr Kleingeld für Anwälte als Sie.“ Ist doch nett oder?

Ein paar Einwürfe meinerseits über gestrichene Überstunden und nicht Einhaltung des Arbeitsvertrages bezüglich der maximalen Wochen Arbeitszeit interessieren keinen, Übergabe der Kündigung und Ende der Vorstellung.

Weiter gehts…

An diesem Tag war außerdem noch Teamsitzung. Meine PDL hatte vorsorglich bereits der Teamleitung gesagt, ich wäre wahrscheinlich krank.
Netter Versuch!
Natürlich bin ich hin gegangen und ich werde auch weiterhin zum Dienst gehen.

Ich habe nämlich noch ein Ass im Ärmel. Ich wurde gewarnt, lange bevor das alles passiert ist.
Ich mache das schon viel zu lange mit um zu glauben, es gäbe noch Gute in diesem Spiel.
Da gilt die alte Binse: „Scheiße schwimmt oben!“
Natürlich nicht immer, aber im Schnitt passt es.

An dieser Geschichte seht ihr aber: In unserem Gesundheitssystem geht es um Geld, nicht um Menschen, weder die im Bett noch um die davor!
Es geht um Umsatz, Zahlen und return of investment.
Da hat Pflege keine tragende Rolle.

Die, die das Geld letzten Endes am Bett einspielen, sind die Dummen, zumindest wenn sie nicht gemeinsame Sache machen. Die meisten lassen sich aber durch kleinste Privilegien und Vorteile gegeneinander ausspielen, sie bespitzeln sich teilweise gegenseitig nur um in der Hierarchie ein kleines Stückchen aufzusteigen. Sie lassen sich hetzen und verlieren dabei sich und ihr Umfeld aus dem Blick.

Es bleibt aber zu fragen wie kann so etwas passieren?
Es ist eigentlich ganz einfach. Obwohl in den Arbeitsvertägen geregelt ist, dass maximal 48h in der Woche gearbeitet werden, oder in Ausnahmefällen 60, wenn in der Folgewoche ausgeglichen wird damit nicht mehr als 96h in 2 Wochen möglich sind, obwohl jedem bewusst ist, dass Dienstpläne nie ohne Rücksprache geändert werden können und dass Dienstverpflichtungen nicht ganz einfach sind, machen alle mit. Alle haben ihre Gründe. Bei dem einen ist es Angst um den Arbeitsplatz, andere hoffen dadurch irgendwann in eine Position zu kommen, nicht mehr am Bett stehen zu müssen, wieder anderen reichen schon kleinste Privilegien als Motivation.
Das führt dazu, dass die Pflege völlig entsolidarisiert ist. Wenn es einen erwischt, in diesem Falle mich, dann hält man zwei Sekunden inne, aber dann ist auch gut. Es muss ja weiter gehen.
Ich weiß, dass es wie bei anderen Kollegen irgendwann heißt. „Der war ja doch irgendwie komisch.“ oder „Der hat alles wohl nicht ernst genug genommen.“ „Der hätte doch wissen müssen, dass man gegen die da oben keine Chance hat.“ Solche Dinge halt.
Es wird verdrängt worum es ging. Niemand gesteht sich ein, dass ich nur laut ausprach, was alle hinter vorgehaltener Hand gesagt haben:
„Wir sind Pfleger und nicht die Leibeigenen des Betriebs“
Jeder weiß, dass wir zusammen das Boot hätten wenden könnten!
Aber die Pflege ist am Boden, ein handlungsunfähiger Haufen von Menschen der sich aufgegeben hat.

Ja Leute, das ist mein Bild von euch. Es gibt zwar Ausnahmen, die reichen aber offensichtlich nicht für eine substanzielle Veränderung.

Ich für meinen Teil mache da nicht mehr mit.
Ich wehre mich!
Auch alleine!
Denn ich kann mir noch eine Existenz vorstellen, in der ich als Mensch zähle, nicht nur als Pfleger. Ich bin nicht mein Beruf.

Quelle: Garcon de Piss

Arbeitszeit in der ambulanten Pflege.

Viele ambulante Pflegedienste haben die Pflegetätigkeiten in Früh- und Spätdiensten organisiert. Diese Dienste dauern oft ungefähr 5 – 6 Stunden. Frühdienste starten dabei regelmäßig zwischen 6:00 Uhr und 7:00 Uhr und enden zwischen 11:00 Uhr und 13:00 Uhr. Spätdienste beginnen regelmäßig zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr und können durchaus bis 23:00 Uhr andauern.

Der Blick in das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zeigt nun recht schnell wo genau die Risiken bei der Personaleinsatzplanung für Anbieter ambulanter Pflegeleistungen liegen.

Beschäftigte dürfen höchstens 10 Stunden an einem Tag arbeiten

§ 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer
„Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.“

Pflegekräfte sind in der häuslichen Pflege allerdings nicht selten gleich zu zwei Diensten an einem Arbeitstag eingesetzt. Solche geteilten Dienste sind manchmal von vorne herein im Dienstplan geplant, sie entstehen aber auch kurzfristig, beispielsweise durch einen Krankheitsfall im Team. Bei einem geteilten Dienst kommen zusätzlich zu den 5 – 6 Stunden des Frühdienstes später am Arbeitstag noch die 5 – 6 Stunden des Spätdienstes hinzu. Pflegekräfte geraten so schnell über die Obergrenze von werktäglich 10 Stunden. Kommt es dann während des Dienstes zu einem oder mehreren Arbeitszeit verlängernden Not- oder Zwischenfällen, bei älteren oftmals multimorbiden Menschen keine Seltenheit, erhöht sich die geleistete Arbeitszeit zusätzlich.
Aus 10 bis 12 Stunden Arbeit sind dann unter Umständen 13 bis 14 Stunden geworden.

Die Überschreitung der zulässigen Wochenarbeitszeit wird wohl eher selten problematisch sein. Samstage werden zur Berechnung der maximalen Wochenarbeitszeit als Werktage berücksichtigt. So werden rechnerisch bei der Ermittlung der maximalen Wochenarbeitszeit 6 Tage zugrunde gelegt. Bei höchstens 10 Stunden Arbeitszeit je Werktag ergibt sich so ein rechnerisches Wochenmaximum von 60 Stunden. Obwohl Pflegekräfte in der häuslichen Pflege oftmals sieben Tage am Stück im Einsatz sind werden selbst mit ein oder zwei Doppeldiensten kaum die 60 Stunden überschritten. Mehr dieser geteilten Dienste können jedoch zu Kollisionen mit dem Arbeitszeitgesetz führen.
Durch die in der Ambulanten Pflege typischen Dienstzeiten können hier schon bei kurzer Betrachtung eines Dienstplanes die wohl weniger gesetzeskonform eingesetzten Beschäftigten und die betreffenden Zeitabschnitte gefunden werden.

Nach spätestens sechs Stunden Arbeitszeit ist eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten einzuhalten

§ 4 Ruhepausen
Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.

Im Pflegedienst ist die Tourenplanung, also die Planung von Anzahl, Art und Reihenfolge der Hausbesuche bei Pflegebedürftigen, ständigen Änderungen unterworfen. Neue Patienten kommen beispielsweise durch Krankenhausentlassung hinzu, bereits geplante entfallen beispielsweise durch Krankenhauseinweisung. Oft ändert sich auch einfach der Versorgungswunsch der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Leicht können in dieser Dynamik der Tourenplanung zu viele Hausbesuche für einen Dienst geplant werden. Auch haben Beschäftigte bei Diensten, die ohnehin nur rund 6 Stunden dauern, unter Umständen kein Interesse kurz vor Dienstende eine halbe Stunde Pause zu berücksichtigen und sich vielleicht zusätzlich Vorhaltungen von wartenden Kunden machen zu lassen oder gar eine Beschwerde zu riskieren. Nur allzu leicht kommt es bei der Einhaltung der Ruhepausen immer wieder zu Defiziten.

Mindestens 10 Stunden ununterbrochene Ruhezeit müssen nach Beendigung der täglichen Arbeit eingehalten werden

§ 5 Ruhezeit
(1) Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben.
(2) Die Dauer der Ruhezeit des Absatzes 1 kann in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen, {…} um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn jede Verkürzung der Ruhezeit innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen durch Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird.
(3) Abweichend von Absatz 1 können in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen Kürzungen der Ruhezeit durch Inanspruchnahmen während der Rufbereitschaft, die nicht mehr als die Hälfte der Ruhezeit betragen, zu anderen Zeiten ausgeglichen werden.

Bei einem Blick auf die oben genannten Dienstzeiten wird die Problemstellung sofort klar: Wer seinen Dienst nach 20:00 Uhr beendet hat kann unter Berücksichtigung des Arbeitszeitgesetzes nicht am nächsten Morgen um 6:00 Uhr einen Dienst beginnen.

Abweichende Regelungen

Wie in § 7 Abweichende Regelungen nachzulesen können zum Beispiel auf Grund eines Tarifvertrages abweichende Regelungen getroffen werden. Zur korrekten Bewertung der eigenen Situation ist deshalb die Betrachtung der individuellen Rahmenbedingungen unerlässlich.

Ein zusammenfassendes Fazit könnte so lauten:

Pflegekräfte arbeiten in der ambulanten Pflege regelmäßig länger als es das Gesetz zulässt, halten immer wieder das gesetzliche Mindestmaß ihrer Ruhepausen nicht ein und erhalten wiederholt nicht die gesetzlich vorgesehene Ruhezeit zwischen den Diensten zweier Tage. In allen drei Qualitäten wird das Arbeitszeitgesetz in seiner Schutzfunktion für Arbeitnehmer bundesweit und andauernd verletzt.

Hier darf natürlich jede(r) ein eigenes Fazit ziehen.

Liebe Grüße
@pflegepuls