Die Schülerin.

Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin. Das klingt ziemlich wichtig und viel edler als „Krankenschwester“. Ich bin stolz auf meinen Beruf und ich möchte alles richtig machen, die Beste werden. Ich habe hohe Erwartungen an die neue Station und möchte viel lernen schließlich war ich in diesem Fachgebiet noch nie. In der Schule haben wir viele neue Themen durchgenommen die ich praktisch endlich ausprobieren möchte, ich will testen ob ich alles so umsetzten kann wie die Lehrer es uns beigebracht haben oder ob ich nochmal üben muss.
Der erste Tag ist schwierig, so wie immer. Neue Station, neue Kollegen, neue Patienten, neue Ärzte, neue Fachrichtung, neue Regeln an die ich mich halten soll. Ich fühle mich etwas überfordert aber ich hoffe das ich mich schnell zurecht finden werde und auf die Hilfe meiner Kollegen. Einige sind unfreundlich zu mir und genervt weil ich noch zu langsam bin und nicht gleich alles finde, ich muss halt noch viel fragen. Manche schauen mich nur skeptisch an weil ich mich in der Dokumentation noch nicht so gut zurecht finde und noch etwas länger brauche um mich durch alle Formulare zu kämpfen und die Arzthandschrift zu entziffern. Manche ignorieren meine Fragen weil sie selbst soviel zu tun haben, dass sie sich nicht noch mit der neuen Schülerin rumschlagen können.
Nach einiger Zeit bin ich ehr frustriert. Die neuen Kollegen kennen meinen Namen immer noch nicht, ich bin nur „die Schülerin“. Wirklich was gelernt habe ich auch noch nicht, meine Kollegen haben einfach keine Zeit um mir etwas beizubringen weil wir wie immer viel zu knapp besetzt sind. 3 Examinierte, 1 Schülerin und 1 Praktikant auf 40 Patienten, da ist klar das für mich keine Zeit übrig bleibt, sie schaffen ja kaum ihre eigene Arbeit. Ich darf nur Aufgaben erledigen wo sie sicher sind das ich nichts falsch machen kann. Beobachten, Aufräumen, zur Klingel laufen, Botengänge, Essen bestellen, Waschen, das sind meine Aufgaben. Eigentlich soll ich üben eine Spritze zu geben und Medikamente aufzuziehen, ich soll eine Thromboseprophylaxe durchführen und meinen Patienten dazu anleiten und üben die Atmung der Patienten zu beobachten und richtig zu handeln. Einmal habe ich morgens beim Waschen meiner Patientin einige Übungen zur Thromboseprophylaxe gezeigt, ob ich das richtig gemacht habe weis ich nicht, es war keiner da der es hätte kontrollieren können. Einer unserer Patienten liegt im Sterben, er hat Angst und braucht viel Zuwendung und seine Ehefrau bräuchte eigentlich mehr Zeit für Gespräche mit uns aber es ist keine Zeit da. Nicht mal für einen sterbenden Menschen haben wir mehr Zeit!
Ich weis, die Examinierten können all diese Dinge. Sie wissen wie man am schnellsten 5 Patienten wäscht und versorgt und wie man die Doku schreibt. Sie können ohne groß nachzudenken einem Patienten seine Ängste nehmen und Spritzen und Verbände wechseln beherrschen sie im Schlaf. Auch ich möchte das alles mal können! Nur wie soll das gehen wenn keiner Zeit für mich hat? Wie soll ich in der Schule erklären das ich nichts lernen konnte? Und was wenn ich im nächsten Einsatz zugeben muss das ich diese Dinge alle nicht kann? Was wird man von mir denken? Sie werden denken ich bin faul und will nicht lernen, sie werden denken es ist eine Ausrede dabei ist es die Wahrheit!
Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin und ich will eine gute Schwester werden, deswegen bitte ich euch: Hört auf am falschen Ende zu sparen! Hört auf an meiner Bildung zu sparen! Stellt mehr examiniertes Pflegepersonal ein damit wir Schüler nicht auf der Strecke bleiben! WIR Schüler sind die Pflege von morgen und wie gut diese Pflege sein wird liegt in EURER Hand! Denkt immer dran: Irgendwann kommt jeder mal ins Krankenhaus und dann wollt ihr, die an allem spart, auch die beste Pflege haben und das funktioniert nur wenn ihr uns die Chance gebt eine gute Pflege zu erlernen.
Bitte: Hört endlich auf mit diesem Wahnsinn!

11 Gedanken zu „Die Schülerin.

  1. Jeanskäfer

    Liebe „Schülerin“ (ich würde Dich gerne richtig nennen, wenn ich Deinen Namen wüßte)!
    …denn der Patient, den ich in den OP bringe und der in der Umlagerung vom dortigen Personal mit : „Ist das die GALLE von Station XY?“ empfangen wird und der dies genau mitbekommt, weil das Dormicum ihn doch nicht so umgehauen hat, wie es sich der Anästesist wohl gedacht hatte. Ich sage: “ Das ist Herr Müller von Station XY und er kommt zu einer Galle-OP, denn seine Galle haben wir auf der Station noch nicht rausgeholt!“
    Aber ich schweife ab. Wie ich Deinem Beitrag entnehme, bist Du eine sehr engagierte Auszubildende – das ist schön, denn ich kenne es auch anders.
    Ich habe mich immer für die praktische Ausbildung von G-u.K.-SchülerInnen eingesetzt und bin leider in den letzten Jahren öfter enttäuscht worden – von deren Nicht-Engagement und übertriebenen Selbstbewußtsein.
    Ich bin in meiner Funktion als Stationsleitung, automatisch auch Praxisanleiter, weil dies in der FWB so implementiert ist. Darüberhinaus bin ich Fachkrankenpfleger für Onkologie und blicke mittlerweile auf eine Berufserfahrung von einem Vierteljahrhundert zurück. Also, man kann auch was von mir lernen…wenn man denn gewillt ist.
    Ich möchte hier einmal klarstellen, daß es ohne G-u. K-SchülerInnen mittlerweile auf den Stationen nicht mehr hinhaut – das merkt man gerade, wenn man mal eine „Schülerlose“ Zeit hat.
    Ich mag solche G-u.K-SchülerInnen besonders, die sich 2 Tage vor Einsatzbeginn vorstellen und sich dann über den Dienstplan beschweren und jetzt und gleich ihr Erstgespräch einfordern, obwohl die Hütte brennt. Diese müssen sich schon besonders anstrengen, wenn sie von mir bis Einsatzende nochmal mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen werden möchten…
    Ich gebe allen G-u.K-SchülerInnen zu Einsatzbeginn einen Lernkatalog und Informationen unserer Station, mit auf den „Lehrweg“ . Wenn dies nach 4 Wochen noch immer unbeachtet im Schülerfach liegt, ärgere ich mich jedesmal, daß ich mir die Mühe machte, dieses knapp 30seitige „Werk“ einzeln zu kopieren.
    Dort steht auch drin, das Jede/r für die Qualität seiner Ausbildung eigenverantwortlich ist!
    Es handelt sich hier nämlich um ERWACHSENENbildung und nicht um Schulbildung, denn die hat jeder mit mindestens 9 Jahren vorher woanders genossen.
    Ich erwarte Nachfragen; ich erwarte Interesse; ich erwarte, daß bei Diagnostiken, die auf Station vorgenommen werden (z.B. Aszites-Pleurapunktionen oder a. ) ein Auszubildender von sich aus die Initiative ergreift, um dabei zu sein (ich bin der letzte, der es ihm verwehren würde)
    Ich erwarte kein Murren oder Meckern oder Grimassen schneiden, wenn etwas ins Labor gebracht werden muß oder irgendwo anders hin (denn meine KollegInnen und ich machen das auch!) – und ein rasches Zurückkommen auf Station und nicht den x-ten Gang zur nicht genehmigten Raucherpause im Wirtschaftshof (ICH sehe alles :-)
    Ich erwarte Umsicht und Verantwortung; ich erwarte, daß während der Pause reihum zur Klingel gegangen wird und nicht dummdreist gewartet wird, bis es der/ die Examinierte tut.
    Ist das zuviel verlangt? Warum gibt es eigentlich noch Menschen, die DAS nur lernen, weil sie nichts anderes wußten und weil die Eltern gesagt haben, dies sei ein krisensicherer Job? Warum wissen manche schon, daß sie in diesem Beruf nicht „alt“ werden und gleich danach studieren wollen?
    Wie kann ein „Pflegemanager“ wissen, was heutzutage an der Front oder der Basis passiert und abgeht, wenn er selbst nie auf einer Station / Funktionsbereich tätig war?
    Ich schätze dann immer die Ausnahmen, wenn es dann mal interessierte Azubis gibt, die echt mit Freude und Eifer bei der Sache sind – wo es echt schon unangenehm ist, wenn sie alles und jedes einem abnehmen wollen. Solche Menschen merke ich mir und wenn dann das Examen naht, gebe ich meinem Pflegedienstleiter schon mal eine Wunschliste von meinen/ unseren Favoriten, bzgl. einer späteren Anstellung.
    Das viele KollegInnen kein Interesse an einer Schülerbegleitung haben, liegt daran, daß sie eben oft selbst nicht mehr mit ihrer Arbeit fertig werden und dann einen Azubi als Blockade ansehen. Von den ehemals 4 PA´s auf meiner Station gibt es nur noch 2 .
    Die eine macht es nicht mehr (nach Streitigkeiten vor Gericht, wg. eines nicht bestandenen Examens, wo sie als Prüferin mitbeteiligt war). Die andere macht es nicht mehr, weil es nicht gewertschätzt wird.
    Ich mache es (leider) „nebenbei“, zu meinen anderen vielfältigen Tätigkeiten, die man so als Leitung noch am Bein hat. Ich denke, dies ganz gut hinzubekommen – ein positves Feedback durch Schüler und Schule bestätigt mir das – denn ich weiß: IHR seit meine KollegInnen von Morgen!

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  2. impetrare

    @Jeanskäfer
    So richtig verstehe ich dich nicht. Da schreibst du „Dort steht auch drin, das Jede/r für die Qualität seiner Ausbildung eigenverantwortlich ist!“

    OK, da gehe ich mit. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auf die Kritik von der Schülerin gehst du nicht ein. Denn wenn die Lehrkräfte keine Zeit haben kann der beste Schüler nichts lernen.

    Auch witzig, erst schreibst du „ich erwarte, daß während der Pause reihum zur Klingel gegangen wird und nicht dummdreist gewartet wird, bis es der/ die Examinierte tut.“ Also zum einen sehe ich das so das wenn Pause ist dann ist auch Pause. Ich gehe davon aus das die Arbeitszeiten bei euch so sind das die gesetzichen Vorschriften zur arbeitsfreien Zeit greifen. Dann wird in der Pause aber eben _nicht_ gearbeitet.

    Der Höhe punkt ist aber dann:
    “ und ein rasches Zurückkommen auf Station und nicht den x-ten Gang zur nicht genehmigten Raucherpause im Wirtschaftshof “ also wir halten fest, in den Pausen sollen sie doch arbeiten aber wehe sie gehen mal auserhalb der Pausenzeit eine Rauchen. Wie wiedersinnig dies ist sollte sich eigentlich leicht erkennen lassen.

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    1. Jeanskäfer

      @impetrare
      …die Rahmenbedingungen stimmen aber nicht, das ist es ja.
      Da bist du aber sehr spitzfindig mit der Pause. Natürlich steht auch in meinem Betrieb jedem MA eine halbe Stunde Pause zu; wo er die verbringt ist dabei völlig egal, er könnte die auch außerhalb der Station absolvieren.
      Es geht hier auch im Kollegialität und ich habe auch nichts dagegen seine halbe Stunde etwas zu überziehen, wenn man nicht genau 30 Minuten am Tisch gesessen hat :-)
      Es könnte auch jeder seine Pause einzeln nehmen oder in Gruppen, dann hat jeder seine volle Pause ohne Störung. Das haben wir auch schon mal gemacht. Nur bei der dünnen Personaldecke Gruppen zu bilden, ist schon schwierig und sich bei der Pause gegenseitig auszutauschen finde ich schon interessant und wichtig, als allein im Personalaufenthalt zu sitzen :-(
      Einen Höhepunkt bekomme ich mitnichten, wenn einfach ohne Info von Station weggeblieben wird und ich oder andere dann noch angelogen werden.
      Auch ich habe nichts gegen Raucherpausen (habe schließlich mal selbst geraucht und kenne sogar noch Zeiten, wo dies im Schwesternzimmer Gang und Gebe war :-). Selbst die festen MA gehen runter zum „Inhalieren“, aber dann der Situation angemessen und in Absprache mit den anderen — Stw. Kollegialität!
      Und viermal zum Rauchen von Station sind mind. 24 Minuten Abwesenheit….
      Muß man auch mal so sehen…!

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  3. impetrare

    @Jeanskäfer
    „…die Rahmenbedingungen stimmen aber nicht, das ist es ja.“

    Dann verstehe ich nicht warum du darauf insistierst das man für die Qualität der eigenen Ausbildung verantwortlich sei. Wasch mich aber mach mich nicht nass funktioniert nun mal nicht.
    Und ich denke das ist genau das was die OP kritisiert hat, alleine darf sie nicht, mitkommen kann keiner, also lernt sie nichts.

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  4. Schnecke123

    @Jeanskäfer
    Ich kenne deine Situation sehr gut und stimme dir voll und ganz zu.
    Man verliert einfach die Motivation, SchülerInnen über dem Standard zu betreuen, wenn nichts zurück kommt außer negatives Feedback. Ich beobachte mittlerweile erst, ob es meine Mühe wert ist.
    Also wer gut ausgebildet werden WILL, der wird es von mir auch.
    Ich denke, dass es vielen KollegInnen so geht und Schuld daran sind -sorry- die SchülerInnen selbst.

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  5. l.t.m.

    Ich mache es umgekerht: Ich gehe immer zuerst einmal davon aus, der die Schülerin lernen möchte und Interesse hat. Sollte sich das nicht bestätigen und mir permanente Desinteresse entgegen kommen kann ich meine Bemühungen immer noch zurückfahren.
    Ich verstehe Schüleranleitung und -ausbildung, genauso wie Gespräche und Beratung mit und für Angehörige und Patienten genauso zu meinem Berufsbild und meinen Aufgaben gehörend wie Hintern wischen und Kreislauf überwachen.

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    1. Schnecke123

      Ich merke schnell, wer lernen will und wer nicht.
      Bitte jetzt nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
      Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass Fairness und Gerechtigkeit bei mir groß geschrieben wird.

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      1. Jeanskäfer

        ….denke ich auch so!
        Ich finde, daß es SchülerInnen heutztage doch eigentlich recht gut haben. Wenn jemand Interesse hat, etwas zu lernen, dann wird ihm das sicher nicht verwehrt – nur erwarte ich Eigeninteresse und nicht das Servieren von Ausbildungsinhalten auf dem goldenen Tablett und dann sucht sich der-/diejenige das beste Häppchen aus.
        Ich kenne Stationen hier in meinem Haus, die waren bis vor ein paar Jahren total schülerfeindlich.
        Schüler mußten nur putzen und HiWi-Tätigkeiten machen; die Pause mußte im „Spülraum“ eingenommen werden (!) Warum das die Auszubildenden so mitgemacht haben, weiß ich nicht – sonst wird ja auch die JAV gleich auf den Plan gerufen.
        Ich erwarte auch nicht, daß jede/r SchülerIn „meine“ Fachdisziplin als spannend und toll empfindet.
        Aber es gibt nun mal die Ausbildungsordnung und dazu zählt der praktische Einsatz in der Inneren Medizin. Ich wollte eigentlich auch immer chirurgisch arbeiten, und „mache“ nun schon 21 Jahren Innere Medizin.

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  6. Julia

    @jeanskaefer

    Es ist eine Frechheit zu ERWARTEN das die Pflegekraefte, egal ob exam. oder Schueler waehrend ihrer Pause auf Rufe gehen. Jedem steht eine UNUNTERBROCHENE 30 minuetige Pause zu!! Auch Schuelern!
    Das muessten sie als Leitung eigentlich wissen! Deswegen ist es eben nicht selbstverstaendlich das alle Schueler damit einverstanden sind. Denn es steht ihnen immerhin rechtlich zu.
    Nur weil Sie mit manchen Schuelern schlechte Erfahrungen gemacht haben, koennen sie das nicht verallgemeinern. Es gibt mehr Dinge die einen guten Schueler ausmachen als, dass er in der Pause auf eine Ruf geht, oder das er sich nicht ueber seinen Dienstplan beschwert.
    Das die Ausbildung auf Station nicht so ablaeuft wie es sein sollte, koennen sie nicht leugnen. Das ist ein Fakt. Gerade in einem sozialen Beruf mit solche belastenden Umstaenden, koennte man eigentlich erwarten, dass Schueler besser begleitet werden. Aber ja, es hat ja keiner Zeit…

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    1. Jeanskäfer

      @Julia:
      Na, na nun mal den Ball flachhalten. Ich habe nie etwas dagegen gesagt, daß jemand seine 30 minütige Pause nicht nehmen darf. Und dies darf er/ sie sogar außerhalb des Arbeitsbereiches, wenn er/ sie das will. Es ist halt ein Geben und Nehmen und bedarf der Absprache, denn wir sind schließlich ein Team, auch wenn der/ die SchülerIn nur temporär dazugehört
      Und Sie können mir glauben, daß ich als Fachkraft für Leitungsaufgaben in den vielen Jahren meines „Leitungsdaseins“ sehr viel rechtliches Wissen und Erfahrung angehäuft habe, welches ich sogar unserer Gesundheits-und Krankenpflegeschule in Form von Dozententätigkeit zur Verfügung stelle.
      Ich habe auch nie verallgemeinert, daß alle SchülerInnen sch….sind. Nur kann ich in meiner mittlerweile 26 Jahre anhaltenden Tätigkeit im Gesundheitswesen feststellen, daß viele Azubis mit ganz seltsamen Vorstellungen diese Ausbildung angehen und absolvieren.
      Für mich war dies damals durchaus eine Berufung zu dieser Tätigkeit. Viele fühlen sich aber heutzutage nicht mehr dazu berufen und sehen diese Tätigkeit nur als eine temporäre Erscheinung in ihrem Lebenslauf an.
      Sicher bin auch ich in den Jahren eines Besseren belehrt worden und ich gehe zur Arbeit um zu Leben und nicht umgekehrt.
      Mit meiner Meinung stehe ich auch nicht alleine da. Diese „Strömungen“ sehen auch andere Pflegekräfte und wenn solche Sprüche von den Azubis selbst getätigt werden, muß ja wohl etwas daran sein…oder?

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  7. Julia

    Kann mir mal einer erklaeren wie es sein kann, dass es Station gibt, auf denen Schueler gar keine Bezugspersonen haben? Keiner der sich verantwortlich fuehlt?
    Wie kann es sein, dass nachdem ein Schueler fuer 4 Wochen auf einer Station gearbeitet hat, eine Pflegekraft feststellt: Oh, ich kann den Beurteilungsbogen gar nicht ausfuellen, weil ich dich noch gar nicht arbeiten gesehen habe. Aber du bist ja nett, wirkst immer hilfsbereit, gehst auf Rufe, arbeitest zuegig, vergisst deine Dokumentation nicht,.. Also sind wir eigentlich zufrieden mit dir.
    Manchmal kommt es auch vor, dass der Schueler einer Bezugsschwester fuer die ersten 1-2 Wochen zugeteilt worden ist und sie danach aber nie wieder sieht. Dann fuellt irgendeine andere Schwester diesen Bogen aus, obwohl sie sich zu keinem Zeitpunkt die Muehe gemacht hat, den Schueler bei der Arbeit zu beobachten.
    DAS ist der Grund warum, zumindestens auf der Schule dich ich besucht habe, die Beurteilung der Station, fuer die Noten im Zeugnis kaum relevant waren. Denn viele Schwestern, Pfleger und Leitungen beurteilen die Schueler nach oben genannten Kritieren, waren aber nie mit einem Schueler an einem Patientenbett gestanden und haben nie wirklich sehen koennen, was der Schueler fachlich drauf hat.

    Problematisch wird es auch, wenn der Besuch des Lehrers fuer die naechsten Tage ansteht und der Schueler noch ein paar fachlich relevante Fragen an das Pflegepersonal hat, diese aber die Frage nicht beantworten koennen. Wie kann dann eine gute Ausbildung erfolgen? Wie kann gute Pflege in einem KH erfolgen wenn Pflegekraefte schulisch erlerntes Wissen nicht umsetzen und es sogar komplett vergessen?

    Nicht nur die Pflegekraefte sind arm dran, nicht nur der Patient leidet unter diesen Bedingungen, sondern auch der Schueler! Wenn erreicht werden moechte, das mehr Menschen eine Pflegeausbildung beginnen und diese auch abschliessen, duerfen die Schueler nicht weiterhin als billige Arbeitskraefte im KH und Altenheim eingesetzt werden, anstatt ihnen eine ordentliche Ausbildung zu gewehren!!

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