1 Jahr und ein Danke an euch.

Vor knapp einen Jahr wurde das Projekt Pflegenot erschaffen,
um ganz genau zu sein am 8. Januar 2014.
Was genau passierte in diesen mehr als 365 vergangenen Tagen?
Ich kann mich noch an den Tag erinnern, einer von zu vielen, als ich Abends zu Hause saß, nach einem mehr als schlechten Arbeitstag, latent verzweifelt und nicht wohin mit all meinen überflüssig belastenden Gedanken des Alltags, die man sich nur zu oft ungewollt in den Rucksack packt und schwerer Schulter mit nach Hause trägt. Vermutlich saß ich irgendwann teilnahmslos vor dem PC und der Gedanke wie man aktiv etwas an der Situation ändern könnte mich irgendwann im Kreis drehen liess. So wie eigentlich immer, wenn man anfängt sich darüber Gedanken zu machen und erst recht darüber wie das alles weitergehen soll.

‚Leck mich doch am Arsch! Irgendwann sollte man ein Buch darüber schreiben. Mit aller Wahrheit und Schonungslosigkeit.‘
Aber wer will schon mehrere hunderte Seiten alleine füllen, absehens der Tatsache, dass dies immer einer sehr einseitige Anschauungsweise abbildet. Und wer zur Hölle möchte schon unter Klarnamen erzählen wie schlecht sein (Ex)-Arbeitgeber ist?
Aber der Ansatz Schreiben war schon mal gut, denn was man selbst schreibt kann man reflektieren und in gewissem Maß loslassen. Sich selbst Luft machen und vielleicht feststellen dass man nicht alleine ist mit mancher Ansicht, von der man denkt sie sei unrichtig oder eine falsche Einstellung der eigenen Moral.
Setzt unser Berufszweig nicht einen gewissen Grundsatz an Empathie voraus? Und im Gegenzug wie oft bekommen wir ehrliche Empathie zurück, sei es im Freundeskreis, von Vorgesetzten oder von Bewohnern/Patienten?!
Wir denken immer, jeden Tag, an andere aber geben wir zu wie oft denken wir an uns selbst?
Ich kann nicht krank sein, es sind schon 3 andere Kollegen krank.
Natürlich streiche ich meine Pause wenn der Arbeitsaufwand zu gross und 8 Stunden zu kurz sind. Denn am Ende leidet nur einer: der Bewohner oder Patient.
Und wir, wo leiden wir?
Deshalb die Idee dieses Projekts, sich selbst die Möglichkeit geben Gedanken, Sorgen und Ängste mit anderen zu teilen.
Nach einem Aufruf bei Twitter und der Frage ob es Leute gäbe die Interesse hätten daran mitzuwirken, war schnell klar: es gibt da mehr Bedarf als gedacht.
Also wurde ein Blog aufgesetzt, ein Twitteraccount eingerichtet und einfach losgeschrieben.

Nach einem Jahr haben wir mehr als 287200 Aufrufe unserer Blogseite, über 1000 Follower auf Facebook inklusive jeder Menge -von euch verfasster- geteilter Beiträge und sind täglich auf Twitter aktiv und teilen dort euere Anregungen und Gedanken. Es erreichen uns wöchentlich Nachrichten via Email und wir wurden in einer Sendung des MDRs erwähnt. Und seht uns nach wenn nicht alles sofort 1:1 umgesetzt wird, wir sind schliesslich auch nur Menschen mit Schichtdienst und kümmern uns um das Babyprojekt im Privaten.
Deshalb wird hier auch in Zukunft in keinster Weise kommerziell gehandelt, Werbeanfragen und Sonstiges werden weiterhin ignoriert, lediglich wäre es mein persönlicher Wunsch, dass sich das Projekt mit den Monatskosten für Webspace uä absehbar selber trägt. Könnte also möglich sein, dass es absehbar mal einen Spendenbutton geben wird und ihr selbst entscheiden könnt ob ihr uns dafür mit etwas Taschengeld unterstützen wollt.

Der Dank des letzten Jahres geht an alle euch da draussen, die aktiv wie auch passiv mitwirken,
Menschen die uns viel Zuspruch und positive Rückmeldung gaben
und jene die sich die Mühe machten Beiträge an uns zu senden und aktiv im Media Social Bereich diskutieren und anzuregen.
Wir hoffen, wenn auch mit leicht weinendem Auge, dass ihr uns noch viel Input gebt und Beiträge schickt, nicht weil man irgendjemanden blossstellen oder vorführen möchte, sondern weil es längst überfällig ist ehrlich zu zeigen was wir leisten und wie wir unter der Dauerbelastung Pflege zunehmend leiden. Es soll weiterhin einfach eine Plattform sein sich auszusprechen, Rückmeldung zu bekommen, ein tröstendes Wort oder einfach das Gefühl ‚Es liegt nicht an mir selbst und ich bin nicht alleine mit meinen Sorgen oder Problemen.‘
Und an alle die neuen Leser und die Frage wie ihr uns etwas schicken könnt,
hier sind alle Infos.

Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit euch.
Sagt auch mal Nein! und vergesst bitte niemals auf euch selbst zu achten.

Ein Gedanke zu „1 Jahr und ein Danke an euch.

  1. Garcon de Piss

    Es ist schon schön zu sehen, dass man nicht alleine kämpft!
    Ich hoffe wir können zusammen Leute zum mitmachen, mitschreiben und dann in letzter Konsequenz auch zum Handeln bewegen…

    Weiter so!

    Ich bin dabei!

    Garcon de Piss

    Antworten

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