Krankenhaus kostet Freundschaften.

Ich ging auf zwei Schulen, habe an beiden einen Schulabschluss gemacht, dort schon viele Menschen kennengelernt und auch nach Schulschluss immer den Kontakt zu Menschen, mit denen ich mich verstand, gehalten. Ich hatte einen Freundeskreis. Man traf sich nach der Schule und machte so Dinge. Was, kann ich heute nicht mehr sagen, denn ich habe es schlichtweg vergessen. Eigentlich alle fingen eine Ausbildung an, trotzdem hielt der Kontakt. Anfangs. Man versuchte sich zu treffen, aber immer häufiger musste ich sagen: „Ich kann nicht, da habe ich Spätdienst.“, „Das ist zu spät, ich muss am nächsten Tag um 4 Uhr aufstehen.“ oder „Das Wochenende muss ich arbeiten, ich habe einen kurzen Wechsel.“ Irgendwann wurde man nicht mehr gefragt. Wenn man dann Zeit hatte und nachfragte, hatten die anderen schon was anderes vor.

„Nunja, so ist das halt.“ mag man jetzt denken, „man wird erwachsen, Freundschaften gehen auseinander“. Ja. Dem stimme ich zu. Es passte auch nicht mehr. Ich habe mit 18 Jahren einer Dame die Hand während des Sterbens gehalten. Eine junge Frau, eine Patientin, von Mitte 40 brach in meinen Armen zusammen, als sie erfuhr, dass ihre Tochter auf dem Weg zum Krankenhaus tödlich verunglückte. Ich weinte mit einem alten Mann zusammen, weil er seine verstorbene Frau vermisste und ich von meinem damaligen Freund verlassen wurde. Ohne, dass er von dieser Sache wusste, sagte er: „Natalie, der Mann, der Sie mal bekommt, hat damit das größte Glück in seinem Leben.“ Von meinen Freunden hörte ich damals nichts.

Man entwickelt sich und wird erwachsen. Vielleicht mehr, aber aufjedenfall schneller als man will, weil man es muss. Leute, die sich nicht mit Tod und Sterben, mit Krankheit, Leid und Trauer auseinandersetzen müssen, kommen da nicht hinter. Man fängt an, unterschiedliche Prioritäten zu setzen, andere Werte zu schätzen und die unterschiedlichsten Dinge, die vorher noch so wichtig waren, sind nun zweitranging. Und das ist auch okay, das ist Inordnung, ich will niemanden einen Vorwurf machen.

In der Ausbildung lernte ich neue Menschen kennen. Junge Frauen und Männer, denen es allesamt ähnlich erging. Nur wenige konnten Kontakt zu den Leuten halten, mit denen sie Abi machten oder schon zur Grundschule gingen. Häufigste Ursache: Schichtdienst und die Aussage: „Du hast dich so verändert.“

Ich habe keinen Freundeskreis mehr. Ich kann die Menschen, die mir wichtig sind, an einer Hand abzählen. Zwei von ihnen arbeiten ebenfalls im Schichtdienst und manchmal hört man über einen Monat nichts voneinander. Nicht, weil man privat soviel um die Ohren hat, sondern weil es kein „privat“ gibt und man zwischen den Diensten, zwischen den Nachtschichten und den Spätschichten, versucht einzukaufen, Vorsorgeuntersuchungen bei Ärzten wahrzunehmen oder Behördengänge zu erledigen. Und in der restlichen Zeit? In der restlichen Zeit schläft man. Man schläft, weil man kein Biorythmus hat, weil man Kraft für den nächsten Schicksalsschlag einer fremden, hilflosen Person braucht, weil das Hochziehen eines 140- Kilo Menschens, der absolut keine Eigenbewegung besitzt, wie ein Muskeltraining an den physischen Kräften zerrt.

Man schläft, weil man die letzte Nacht nur 2 Stunden geschlafen und 2 Stunden darüber gegrübelt hat, wo das alles nur hinführen soll.

21 Gedanken zu „Krankenhaus kostet Freundschaften.

  1. carlinda

    Ich arbeite gerne als Krankenschwester, aber manchmal nervt mich das mit den Diensten auch, wobei ich noch den Vorteil habe als Halbtagskraft ein paar Tage mehr frei zu haben.

    Seit einiger Zeit arbeite ich im Altenheim und da finde ich es noch einen zacken schärfer,

    Mein vorheriger Arbeitgeber war beleidigt, das ich als Halbtagskraft nicht noch das 9. Wochenende hintereinander arbeiten wollte.

    An einen Runden Geburtstag frei haben zu wollen ? ? Ach Geburtstage kann man doch jedes JAhr feiern ;)))

    Jetzt geht es aber es ist schwierig zu hören, du bist immer müde ( Tja wenn man zum Frühdienst um halb fünf aufstehen muss.

    Eine Freundin sehe ich immer nur kurz in der Arbeit, weil wir immer entgegengesetzt arbeiten müssen, das da die Freundschaft einschläft .

    Ich finde deinen Blog super , mach weiter

    carlinda

    Antworten
    1. naddl0r

      Ich arbeite prinzipiell auch gerne als Krankenschwester, die Voraussetzungen, die es allerdings mit sich bringt, werden immer schlimmer.

      Vielen Dank für deine Rückmeldung, Carlinda.
      Wenn auch du etwas dazu beitragen möchtest, wenn du vielleicht von den Zuständen im Pflegeheim berichten willst, wenn es etwas gibt, was du loswerden musst, was die Gesellschaft über Pflege im Alter in einer Einrichtung wissen sollte, dann schreibe doch einfach darüber und schicke es an: Pflegeinnot[ät]yahoo.de

      Lieben Gruß
      Natalie

      Antworten
  2. Leschek

    Kommt mir sehr bekannt vor,es ist leider Normalität die Zustände werden immer schlimmer, immer mehr Arbeit vorallem hab ich das Gefühl dass der Schriftkramm nehmt immer zu teilweise muss man doppelt dokumentieren weil die Krankenkassen es verlangen der Patient bleibt auf der Strecke Privatleben leidet sehr unter diesem Job.Der Beruf wird immer unaktraktiver kein Wunder dass wir Fachtkräftemangel haben.Naja nur weil man solche soziale Einstellung hat und gern anderen Menschen hilft machen wir den Job u.ein Aspekt kommt noch dazu wenn der Patient Dankbar und zufrieden ist und es zeigt und das Gefühl e.Teil dazu beigetragen dass es ihm besser geht auch wenn es nicht immer möglich ist.

    Antworten
  3. Ruth Berger

    oh ja, Schichtdienste kosten Freundschaften. – Keine regelmäßige Teilnahme am gemeinsamen Leben, sei es Sport oder Gesangsverein.
    Man hat viel Kontakt – mit Kollegen, mit Patienten oder Angehörigen und man merkt nicht, dass man immer einsamer wird. Die wahren Freunde ziehen sich immer mehr zurück. Dann wirst du alt, wirst vielleicht Frührentner, ( die Arbeit geht nämlich sehr an die Substanz ) und du sitzt alleine in deiner Wohnung. Und jetzt? Vielleicht hast du Kinder, die die Einsamkeit etwas ausgleichen. Aber – die haben doch ihr eigenes Leben.
    Sie können keine Freundschaften ersetzen.

    Antworten
  4. svudo

    an der stelle einfach mal respekt das ihr diesen job ( berufung ) nachgeht und für diejenigen da seid welche hilfe benötigen!

    Antworten
  5. Anonym

    Hallo zusammen!

    Man kann nicht sagen: Krankenhaus kostet Freundschaften! Man muss korrigieren: Schichtdienst verändert! Wir sind nicht die einzige Berufsgruppe mit Schichtdienst und vorallem nicht die einzige, die mit menschlichen Schicksalen, Krankheiten, Ereignissen etc. umgehen muss. Man beachte die Kollegen von der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und viele mehr.
    In einem sind wir uns einig: die Bedingungen werden schlechter und die Arbeitsbelastung ist enorm und beides erfordert viel Energie! Man kann aber nicht dem Beruf die Schuld geben, dass unser privat Leben darunter leiden muss. Letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied und für sich selbst verantwortlich wie das persönliche Leben gestaltet wird. Gelangt man eben an diesen wie oben beschrieben Punkt ist höchste Zeit etwas zu verändern! Es gibt genug Möglichkeiten! Darüber hinaus ist aber auch positiv zu erwähnen, dass auch im Dienstlichen Bereich Freundschaften entstehen und man NIE alleine ist wenn man es nicht will.

    Antworten
    1. anonym

      Das ist ein sehr guter Beitrag! Auch ich arbeite im Schichtdienst und dabei nicht im Krankenhaus. Man verändert sich wirklich, so bleiben einige Freundschaften auf der Strecke.
      Aber nichts desto trotz habe ich meinen engen Freundeskreis der sich nicht von mir entfernt. Aber für diese Menschen opfere ich auch jede freie Minute die zur Verfügung steht.
      Es ist vollkommen richtig, dass sich auch im Beruf Freundschaften bilden und ich bin genauso der Meinung – dass „…man NIE alleine ist wenn man es nicht will.“

      Antworten
    2. mel

      Danke für deine worte. Das wirt leider oft vergessen. Ich bin seit november in der pflege und war bis dahin im gastgewerbe auch schicht dienst .ok wir hatten keine nacht schicht. Aber des öfteren mussten wir an hochzeiten usw auch bis 4 oder 5 uhr morgens arbeiten .was die zeiten an geht bin ich jetzt zufriedener den 6 stunden überstunden ( weil dan doch zu wenig angestellte waren ) an einem tag gibt es bei uns nicht mehr. Da wirt aufgeteilt.

      Antworten
  6. willimeck

    Hallo,

    der Schichtdienst hat natürlich 2 Seiten: Ungünstige Arbeitszeiten, regelmäßige Termine schwer organisierbar (obwohl wir ein Wunschbuch mit regelmäigen Dienstwünschen haben…), Feiertagsarbeit usw… , Andereseits hat man immer Tagesfreizeit, im Winter Tageslicht, steht im Individualverkehr nicht im Stau und hat auch viel frei am Stück, ohne Urlaub nehmen zu müssen.

    Mein Problem ist, daß dieser Schichtdienst einfach nicht aufhört; ich habe jetzt 30 Jahre (incl Ausbildung) Schicht gearbeitet, und wollte ab 50 eigentlich einen ruhigeren Job in einer Amulanz: „Der Nächste bitte“, ein bisschen Blut abnehmen, Gipsen, Verbände und Assistenz bei Punktionen/Infiltrationen. No Way, das machen inzwischen MFA’s, die sind dafür ausgebildet und erheblich günstiger…

    Aber bis 66,5 Jahren am Bett und im Schichtbetrieb? Es gibt kein Konzept, was man mit den (in unserer Klinik 25%) 50+ Pflegekräften machen soll. Frühger hat halt kaum eine(r) bis zur Rente in der Pflege garbeitet.

    Antworten
  7. Rosi Simon

    ………tja, und wenn Du dann nach knapp 40 Jahren Schichtdienst nicht mehr arbeitest, findest Du einfach keinen Rhythmus. Du legst den Schichtdienst, den Bereitschaftsdienst nicht mit dem „Kittel“ ab. Ich schaffe es noch immer nicht zu festen Zeiten Nahrung zu mir zu nehmen. Aber echte Freunde haben sich vom Schichtdienst nicht vertreiben lassen.

    Antworten
  8. Krankenschwester

    Ich finde es immer schade, wenn die Leute sagen, dass die Arbeit im Krankenhaus Freundschaften kostet, dass alles so ungerecht ist. Doch eine Frage hätte ich da:
    Haben wir uns diesen Beruf nicht ausgesucht?
    Haben wir nicht ganz bewusst gesagt: wir wollen Krankenpflegerin werden?
    Ich gebe durchaus zu, dass wir es nicht leicht haben, dass es wirklich ein stressiger job ist. Doch ich muss aber auch sagen, dass mein Job als Krankenschwester mich glücklich macht. Ich zaubere Leuten ein Lächeln auf ihr Gesicht wenn ich sie Pflege. Viele sind so dankbar, dass ich jeden Tag meinen Job mache. Und das gibt mir Kraft. Ich ziehe mir meine Kraft für meinen Job aus dem positiven und nicht aus dem was falsch oder schlecht oder zu meiner Unzufriedenheit führt.
    Ich habe es selbst in der Hand. Ich habe Zeit für meine Freunde. Ich habe noch Hobbies.
    Ich arbeite nicht von Montag bis Freitag von 8:00-17:00 Uhr. Ja!!! Aber ich bin glücklich und um ganz ehrlich zu sein: meine wahren Freunde, die sind immer für mich da, diLeutesen wie es mir geht, die fragen mich immer ob ich wohin mit will. Und haben immer Verständnis wenns mal nicht klappen sollte.
    Freundschaften gehen auseinander, besonders in der Pahse in der man sich entwickelt nach der Schule, in der man verreist, das Nest verlässt, selbstständig wird, neue Interessen entwickelt, neue Leute kennen lernt. Ich sehe das nicht als schlimm und trauere den Menschen hinterher, die nicht mehr teil meines derzeitigen Weges sind. Denn es kommen neue Leute. Und die denen ich wichtig bin, denen ist es egal ob ich Schichtdienst habe oder nicht…

    Vielleicht liegt es nicht immer an der Arbeit…..

    Antworten
  9. sunny79de

    Es stimmt schon, dass Schichtarbeit verändert.
    Aber wenn es einem derart an die Substanz geht, dass man nicht mehr weiter kommt….dann wird es Zeit, sich beruflich zu verändern. ..andere Perspektiven zu suchen.
    Bei mir hiess es vkr einiger Zeit „Geld oder Liebe“ und ich verzichte lieber auf einiges an Kohle, als dass meine Familie in den Abgrund fällt, vor dem ich stand.
    Es geht mir jetzt besser….ich bin immer noch in der Pflege, aber untr anderen Bedingungen, die besser zu mir passen und die mit meinem Verständnis von Pflege zusammengehören.
    Ich bin mit Leib und Seele Krankenschwester. Es ist meine Berufung und jetzt kann ich es mit einem neuen Arbejtgeber so ausleben, wie ich es einst gelernt habe.

    Antworten
  10. Onkologe

    Ich kann das Gejammer einfach nicht mehr hören. Wenn man mit den Arbeitsbedingungen, die wirklich jeder Krankenschwester/Altenpfleger VOR der Ausbildung klar sein sollten, nicht klar kommt, dann sollte man den Job nicht machen.

    Menschen sterben, wer damit nicht klar kommt, der hat in keinem Gesundheitsberuf etwas verloren.

    Fachkräfte (unter anderem Mütter und Väter, manche Kollegen schon Oma und fast im Rentenalter) auf den Stationen kommen problemlos mit Familie und Beruf zurecht.

    Klar sterben Patienten, wer es sich zu nahe gehen lässt hat mehr als genug Möglichkeiten darüber zu reden und Unterstützung von allen Seiten. Wenn man diese Chance nicht nutzt oder nicht nutzen will, dann tut man sich als zartbesaitete Person keinen Gefallen.

    Der Text lässt jede positive Seite die der Job mit sich bringt vollständig weg und ist absichtlich komplett einseitig.

    Antworten
  11. granular

    Na hoffentlich sind nicht noch mehr Pflegekräfte so abgestumpft. Mit dem Sterben von Patienten klar zu kommen ist die eine Sache, aber Menschlichkeit bewahren spielt auch noch eine Rolle. Ich finde auch das manche nichts im Pflegeberuf zu tun haben. Und zwar diejenigen, für die Patienten nur irgendwelche Puppen sind. Pflege ist keine Fließbandarbeit. Ich finde der „Onkologe“ sollte sein Beitrag nochmal überdenken. Ich habe schon sehr viele Patienten sterben sehen. Und dennoch geht es mir nah wenn z.B. meine 24 jährige Patientin nach 9 Monaten harter Arbeit dann doch verstirbt. Und das weil ein fremder Mann ihr mit dem Auto aufgefahren ist und dann Fahrerflucht gemacht hat. Es gibt Schicksale die vielleicht nicht mit der Onkologie zu vergleichen sind. Und etwas Anteilnahme bei den Patienten die man betreut solle noch drin sein.

    Antworten
    1. Onkologe

      (Onkologe ist nur mein Accountname weil ich mal auf diesem Fachbereich gearbeitet habe.)

      Nicht abgestumpft. Wir sind uns in unsere Aussagen gar nicht mal so unähnlich finde ich. Selbstverständlich braucht man Anteilnahme, Verbundenheit und Menschlichkeit im Beruf mit dem Patient. Dies sollte jedoch nicht im Widerspruch dazu stehen genug Distanz zu wahren um nicht selbst kaputt zu gehen. Wir sind professionelle Arbeitskräfte und können wenn wir nach Hause gehen denken, wir haben das Bestmögliche was es zu tun gab getan.

      Im Normalfall sind es nämlich wir die am Ende unserer Schicht nach Hause gehen und uns um die Familie/Kinder kümmern und den Job sollte man nicht mit nach Hause nehmen. _Wir_ haben uns für den Job bewusst entschieden, unsere Familien nicht. Der Tod geht nahe und ist real, daran zerbrechen sollten wir jedoch nicht.

      Antworten
  12. Mutter Theresa

    Ich arbeite sei 20 Jahren in der Krankenpflege und ich rate jedem ab, diesen Job noch zu erlernen. die Bedingungen werden immer schlimmer, die Krankenpflege hat in Deutschland keine Lobby. Der Spruch von vielen.. Oh toll was du machst, aber ich könnte das nicht!.. Was könnt ihr nicht? Scheiße durch die Gegend tragen, Wunden verbinden, Erbrochenes wegmachen? Das ist es doch was ihr meint oder? Da muss ich euch leider enttäuschen. Krankenpflege so wie sie eigentlich sein soll und auch stattfinden soll, findet nicht mehr statt! Es ist garkeine Zeit mehr Pflegequalität zu leisten. Es sind bei uns ja teilweise noch nicht mal mehr die Zeiten da, um eine halbe Stunde Pause zu machen. Eine Station mit 22 Betten hat noch 8 1/3 Stellen zu Verfügung. Es wurde schon wieder am Personal gespart. Es kommen immer mehr Aufgaben hinzu und wenn ich die aufzählen würde, würde ich die Seite hier sprengen. Ärzte sind auch völlig überlastet und 12 tote auf einer Orthopädie innerhalb von 2 1/2 Jahren durch teilweise Fehlentscheidungen müssen hingenommen werden. Patienten und angehörige werden auch immer unfreundlicher und bei jedem „Pups“ kommt ein Beschwerdebrief angerasselt. Ich verstehe meine alten Kollegen die jetzt in Rente sind, denn die sagen auch, dass sie froh sind nicht mehr in der Pflege arbeiten zu müssen. Aber es gibt ja auch sicherlich noch andere Krankenhäuser, nur bei uns ist es wirklich die Hölle pur………..

    Antworten
  13. Petra Seither

    Alle Pflegeleute machen einen ganz wichtigen und anstrengenden Job und haben meinen vollen Respekt!
    Aber es gibt überall Menschen die keine Freunde mehr haben, weil sie arbeiten müssen (nicht nur im Schichtdienst), Alleinerziehend sind, sich für ihre Kinder aufopfern und die Enkelkinder betreuen müssen, Angehörige pflegen oder selber krank sind. Ich weiss von was ich rede. Einsamkeit ist das Los für unsere Gesellschaft.

    Antworten
  14. Schwester Verena

    Ich arbeite auch in der Pflege, bei einem Pflegedienst und ich muss sagen ich könnte im Krankenhaus z.B. gar nicht mehr arbeiten,bzw. wollte es gar nicht mehr…bei uns ist es auch stressig und wenn einer im Team krank ist zeiht es weite Kreise, sprich man wird eigentlich ständig gefragt ob man einspringen kann…ABER:ich kann mir relativ flexibel die Zeit pro Patient einteilen(ok, die Elektronische Datenerfassung kommt jetzt auch bei uns) und kann mein Ding so durchziehen wie ich mag…im Krankenhaus hat man zwar ein Team um sich und mal „schnell“(extra in Anführungszeichen, da wir ja wissen wie die Realität aussieht) einen Arzt zur Stelle, aber dieser Stress, ne, nie wieder….man hat schon seinen straffen Zeitplan mit zu wenig Personal, dazu kommt das ständige Klingeln des Telefons, Visite, laufend neue Anordnungen, Klingeln der Patienten, Angehörige die Infos haben möchten, usw….nach Schichtende hat mir immer der Kopf geschwirrt, und in diesem Trubel noch Tabletten richten zu müssen empfand ich auch schon als grenzwertig…
    Hier besteht auf jeden Fall dringend Verbesserungsbedarf!!!!!
    Und nicht dass ihr mich falsch versteht:klar haben wir uns diesen Job rausgesucht, den damit verbundenen Schichtdienst und die fehlenden Feiertage und Wochenenden, NICHT jedoch diese knallharten und unwürdigen Bedingungen…SO sollte kein Job sein…ich glaube auch nicht dass ich das bis zur Rente so weitermachen kann, psychisch und physisch nicht…und ich arbeite noch nichtmal Vollzeit;-)
    Liebe Grüße Verena

    Antworten
  15. Nursey

    Hallo zusammen,

    ja – es verändert, manche haben kein Verständnis, auch mein damaliger Freund nicht, was es heißt, zu schichten, glaubte immer: du hast ja soviel Zeit!
    Das man auch mal ausschlafen möchte, neben einkaufen, putzen etc. – auch klar, wenn man es mal kann.

    Ich bin seit 2001 in der Pflege, und muss mittlerweile sagen: ich würde es nicht mehr machen. Ich mag meinen Job, bin manchmal aber ein zu gutmütiger Mensch und habe auch vor ein paar Jahren einen tätlichen Angriff im Nachtdienst gehabt, das ist im September fünf Jahre her…
    Mittlerweile entwickle ich einen Egoismus, wenn es um Job oder Stellen geht. Seit ein paar Jahren bin ich in der Schweiz, gut ausgebildet. Wenn man mich als Mitarbeiter möchte muss man mir auch etwas bieten.

    Meiner Vorrednerin Verena muss ich recht geben – wir haben uns den Job ausgesucht, nicht jedoch die Bedingungen, und alles hat seine Grenzen. Daher schaue ich gerade vermehrt, ob ich mich nicht durch ein zusätzliches Studium weiter qualifiziere – aber dann nicht weiter in der Pflege. Andere in diesem Feld ausbeuten – nein. Ich kann das nicht guten Gewissens. Auch nicht unterrichten. Warum auch sollte ich Dinge vermitteln, die man nicht umsetzen kann?

    Es ist beschämend, was für Zustände herrschen. Man wird auch durch Pflege und den Stress krank gemacht. Das hab ich nicht weiter vor. Daher sollte jeder gut auf sich achten .

    Lg. Stephanie

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.