Man spricht ‏اللغة العربية

Zunehmend trifft man auf ausländische Patienten
-die angeworben oder nicht- auf der Station eintreffen.
Für elektive Eingriffe, d.h. geplant und ohne Notfallereignis.
Vielleicht auch von den Angehörigen nach Deutschland verfrachtet,
da dort medizinisch ja alles auf neuestem Stand ist.
Meist kommen diese Patienten ohne Vorgeschichte.
Sprich weiss man manchmal nichtmal deren wahres Alter,
da Ausweispflicht in anderen Ländern noch lange nicht so kultiviert ist als zB. in Europa,
geschweige denn wichtige Vorerkrankungen wie:
Herzprobleme? Allergien? Ausfallerscheinungen?
Patient spricht kein Wort Englisch wird mir bei der Übergabe mitgeteilt.
Selbst die Angehörigen sprechen meist nur Brocken von Englisch.
Verständigung per Sprache weniger als mit Hand und Fuss.
Die Patientin versucht mir seit 2 Stunden etwas mittzuteilen,
klingelt im 2 Minuten Takt, ich wiederum versteh nicht was sie braucht
und bin zunehmend gestresster.
Schmerzmittel? Hatte sie. Stuhlgang bzw Steckbecken? Sie schüttelt mit dem Kopf.
Ich versuche nebenher meine reguläre Arbeit zu verrichten
und mich um meine anderen Patienten zu kümmern.
Sie klingelt weiterhin, schreit und klopft mit den Händen gegen das Bettgestell.
Ich verstehe noch immer nicht was sie will.
Ich bin der arabischen Sprache nicht mächtig und kann nicht mehr spenden als Mitleid,
denn irgendwann ist auch mein Spektrum als ‚allwissende Schwester‘ verbraucht.
Sie weint noch immer, mittlerweile über mehrere Stunden.

Selten geht man resignierter aus einem Dienst als nach solchen 8 Stunden.

Warum solche Patienten hier operiert werden?
Geld. Selten über das hinausgedacht was es mit sich bringt scheinbar.

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