MDR. Fakt ist…

Hallo liebes Fernsehen und alle die mitdiskutiert haben und im besonderen die Menschen der Politik, die noch keinen einzigen Tag in der Pflege gearbeitet haben:
eine Altenfachpflegekraft verdient also 2700€ brutto in Baden-Württemberg?
Und generell betreut eine Pflegekraft 10 Patienten pro Schicht?
Also ich für meinen Teil verdiene 2400€ brutto in einer Grossstadt auf einer Intensivstation
und versorge 5-8 Patienten.
Welche Relation stimmt jetzt nicht?
Mein faktischer Lohnzettel samt der Realität
oder eure nächtliche Traummaschine?

7 Gedanken zu „MDR. Fakt ist…

  1. Guy Hofmann

    noch ein Beispiel
    Intensivpflege zuhause,
    42 Stundenwoche, Fahrt zum Kunden ohne Fahrtkostenausgleich.
    Gehaltsangebot, nicht verhandelbar: 2.200 € brutto – osnabrücker Land. –
    Für einen Gesundheits- und Krankenpfleger mit 20 Jahren Berufserfahrung im Akut-Krankenhaus.
    Der jährliche Tariflohn der Müllwerker im osnabrücker Land liegt ca 3.000 Euro höher.

    Auch sonst waren die Diskutanten von verschiedenen Sternen. Politik und Arbeitgeber haben noch einen weiten Weg bis zur Realität vor sich.

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  2. Ingrid Wittig

    Wie kann man in einem Pflegewohnheim die Pflegequalität kontrollieren lassen ?
    Eindruck von außen:
    Mutter 96, beginnende Demenz, kein Verständnis für das Abziehen der für sie wichtigen Pflegekräfte.
    Hatte die Möglichkeit, mit zwei Pflegebeauftragten der AOK zu sprechen – keine Unterstützung möglich.
    Adresse des Wohnpflegezentrums
    13347 Berlin
    Schulstr.97 ( neben Jüdischem KH )

    Was kann man tun ? Vermute das Pflegeschlüssel aufgrund des gesamten Umfeldes ( Haus aus Ulbrichtzeit) keineswegs stimmt und es auf Kosten der Fachkräfte und Patienten geht- Kontrolle dringend notwendig !
    Zuzahlung durch Familienmitglieder kaum noch zu tragen !
    I. Wittig

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  3. Angelika

    Herr Laumann ist ein Witzkeks. 2,5 Bewohner für eine Pflegekraft. Ist das in Thailand oder Polen?
    In Deutschland sind es 12 – 14 Bewohner.

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  4. Garcon de Piss

    Viele hier wundern sich wie man gestern auf diese Zahlen bei Gehalt und Pflegeschlüssel kam.
    Ich denke es ist eine Frage der Perspektive. Mn nutzt aus, dass der Zuhörer die kleinigkeiten in den Formulierungen nicht mitbekommt. So hat man dann nicht gelogen, sonder im Ernstfall aneinander vorbei geredet.
    Reden wir z.B. von Löhnen.
    Jedem von uns ist klar was Bruttolohn ist oder?
    Ja, schon aber der steht in den seltensten Fällen auf dem Gehaltsstreifen.
    Es ist nämlich so, frag ihr jemanden der 2100€ Brutto verdient, was er im Jahr verdient ist es Einfach. 12×2100€, fragt ihr nun den Arbeitgeber wird er euch sagen der Arbeitnehmer verdient 30.000 im Jahr.
    Rechnet mal nach…
    Aber der Arbeitgeber hat recht.
    Da das Arbeitgeberbrutto nicht auf der Abrechnung steht.
    Dann zum Pflegeschlüssel des Hr. Greiner.
    Dazu eine Vereinfachtes Beispiel.:
    Ein Pflegeheim mit 60 Betten und zur Vereinfachung mit nur 2 Schichten, Tag 12h , nacht 12h
    Um eine Stelle 365 Tage im Jahr zu besetzen brauche ich 5,4 Vollkräfte. ( Ist ein Überschlagswert)
    Das Heim Arbeitet mit einer Nachtwache.
    Das Macht im Kopf 60 Bewohner pro Pflegekraft oder?
    Ausserdem sind 4 Im Tagdienst, dass macht dann 1:15 oder?
    Es sei denn man berechnet wie Hr. Greiner nicht zu betreunde Patienten pro Pflegekraft.
    Sondern betreuende Pflegekräfte pro Patient.
    Ihr denkt, dass ist das selbe?
    Achtung:
    Also wir haben 5,4 Vollkräfte Nachwache auf 60 Patienten das macht also 11,1 Patienten pro Pflegekraft!
    Dann kommen nochmal 21,6 Stellen für den Tagdienst dazu das macht dann 2,7 Patienten pro Pflegekraft.
    Und nachdem ich dann weiterrechne sind es zusammen dann 27 Stellen die für Tag und nacht benötigt werden, und siehe da schon hab ich nur noch 2,22 Patienten pro Pflegekraft.

    Seht ihr ganz einfach.
    UND JA es ist beschiss! Natürlich sagt es was ganz anderes aus als wir uns vorstellen, das ist Menschen wie dem Greiner egal…

    Der muss Verkaufen..

    euer

    Garcon de Piss

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  5. Sandra Leurs

    Pflege von 1994 – 2010 in dieser Zeit habe ich in der Pflege gearbeitet, erst als Stationshilfe und als die Pflegeversichrung eingeführt wurde stand ich vor der Kündigung. Da wurde mir geraten berufsbegleitend die Ausbildung zu machen. Das war ja nicht per se so. Also, die Diakonie in Kaiserswerth hatte zu dieser Zeit einen Studiengang zur exam. Altenpflegerin in Teilzeit, 14 Tage Unterricht und 14 Tage im Job, es gab auch Blockunterricht. In den 14 Tagen musste ich die Stunden zur Vollzeitstelle ableisten oder ich bekam weniger Lohn, wenn ich im Altenheim war. Während ich in der Schule saß bekam ich ein Ausbildungsgehalt. Das war ein hin und her mit der Krankenversichrung, so das heute nicht mehr zu beweisen ist, zu welchen genauen Zeiten ich Geld verdient habe oder auch keins. Im Jahr 1994 vor der Pflegeversicherung habe ich mit noch 5 Kolleginnen bei 11 Bewohnern auf der Station gearbeitet. Wir haben zum Beispiel sogar Knöpfe an Nachhemden genäht, wir haben mit den Bewohnern gebastelt, gespielt und gesungen.
    Seniorengymnastik und Sitztanz gehörte auch in die Tagesgestaltung. Nach Einführung der Pflegeversicherung, durften wir das alles nicht mehr, und Personal wurde gekürzt. Danach wurde das Personal in Altenheimen stetig abgebaut. Bis heute auf das niedrigste Niveau heute. Ich habe also auch andere Zeiten in der Altenpflege erlebt.
    In meinen Augen ist es wichtig den Beruf der Altenpflegefachkraft zu erhalten, weil es wirklich ein spezieller Job ist. Die Ausbildungsstätten haben in den 90er noch Unterrichtsfächer wie Seniorengymnastik und Sitztanz unterrichtet. Ist es heute noch genauso? Bestimmt nicht.
    Die Arbeitsbedingungen, wie 12 Tage Woche müssen durch einen 6 Tage Rythmus verändert werden, so das die Pflegekräfte nach einer normalen Arbeitswoche, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, frei haben.
    Ich denke das dadurch Berufsflucht eingedämmt werden kann, weil die Ruhezeiten besser gestaltet werden können. Auch Menschen die in diesem Beruf arbeiten möchten und ihn erlernen möchten, werden eventuell mehr. Die heutige Situation habe ich immer im Blick und es hat sich nichts geändert. In manchen Einrichtungen der Seniorenhilfe verschärft sich die Situation und das die Wohlfahrtsverbände so viel besser sind, glaube ich nicht. Ein kirchlicher Träger in der Stadt in der ich lebe, hat letztes Jahr versucht die Gehälter der Pflegekräfte um 3,5 % zu KÜRZEN. Weil sonst mehrere Seniorenheime vor dem Aus stehen würden. Sie bekamen es nicht durchgesetzt. Dafür werden nun keine Überstunden mehr bezahlt bzw. noch nicht einmal Freizeitausgleich gewährleistet. Das ist menschenunwürdiger Umgang mit Pflegekräften.
    Es geht nicht nur darum mehr Gehalt zu bekommen, die meisten Pflegekräfte machen ihren Job mit Liebe und mit vollem Elan, behandelt werden sie wie die letzten Sklaven.
    Im Jahr 2007 verlangte mein Arbietgeber ( Wohlfahrtsverband) das ich mir einen Anrufbeantworter anzuschaffen habe, damit man mich ständig erreichen kann. Ob im Frei oder wenn man vom Arzt her krankgeschrieben war.
    Ja mein Arbeitgeber hat mich in Krankheitsphasen mit Anrufen bombadiert.
    Ich bin damals nicht zur Ruhe gekommen und konnte keine Magen und Darm Grippe noch eine Grippe komplett auskurieren. Sogar mit Bluthochdruckproblemen bin ich vor lauter Druck arbeiten gegangen.
    Bis dann nichts mehr ging und ich total erschöpft und von Schmerzen gepeinigt aufgeben musste ( Rheuma).
    Ja der Beruf der Pflegekraft ist in meinen Augen einer der anspruchstvollsten Berufe unserer Zeit.
    Lassen sie liebe Politiker endlich zeitgemäß werden.

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  6. Beatrice

    Habe mir die Sendung gerade eben in der Mediathek angesehen. Zum einen muss man ja traurigerweise schon applaudieren, dass in einer Sendung, die sich mit Pflege befasst tatsächlich auch ein Pfleger steht, der dann auch ganz klar Stellung bezieht.
    Die Sendung zeigt ganz klar, wie weit die Ansichten auseinander gehen, insbesondere der von den beiden Herren angeführte Personalschlüssel. Man muss die Frage stellen, wie bei Beauftragten von Verbänden und Politik ein Eindruck entsteht, dass eine Pflegekraft nur 2,5 Pflegebedürftige zu versorgen haben (ein Schnitt, der nicht mal auf Intensivstationen die Regel ist)
    Ein Fazit, das ich aus der Sendung ziehe: Pflege muss sichtbar werden. Natürlich muss sich die Gesellschaft mit ihr auseinandersetzen – allerdings nicht in Form von Pflegeheimkontrollen durch Angehörige. Man muss sich die Frage stellen, wie Pflege aussehen soll. Dazu gehört aber auch, dass Gesellschaft weiß, was Pflege ist und was Pflege leistet, leisten kann und leisten muss. Gerade Altenpflege wird gerne als „Lagern, Verwalten und Konservieren“ von alten Menschen gesehen – rehabilitative und selbstständigkeitsfördernde Ansätze sind der Allgemeinheit nicht bekannt („Dafür gibt´s doch Rehakliniken“) Und so oft wie Herr Lauman und der Vertreter des Arbeitgeberverbandes das Wort „Pflegen“ in den Mund genommen haben, muss auch die Frage erlaubt sein, ob sie wissen, was „Pflegen“ ist.

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  7. Ursula Bienefeld

    Eine WBL im Altenheim verdient in NRW ca. 2700€ brutto.
    Sie hat Steuerklasse 5.
    Bitte selbst den Nettolohn errechnen und herzhaft lachen oder besser gleich weinen.
    Dafür, dass sie einen Vollzeitjob ausübt und die Verantwortung über (im besten Fall) 5 PP in ihrer Schicht hat und über ca. 48 BW , ist das wirklich erbärmlich. Zudem sie sich mit dem ständigen Ausfall wegen allem Möglichen von PP mit selbst einbringen muss. Die Überdtunden, gie wöxhentlich anfallen können weder abgefeiert werden, noch machen die durch Steuern geminderten Zusatzbezüge (Überstunden Prozente) glücklich.
    Ausserdem gehts nicht immer NUR um das Geld! Wenn Pflegberufe auf Dauer krank machen und man selbst weder die Zeit noch die Energie hat sich von der anstrengenden Arbeit zu regenerieren, läuft gewaltig etwas verkehrt.
    Provokant! Mein Wunsch: mehr Männer in den Beruf. Sie sind stärker (Muskulatur). Und würden sich NIEMALS so ausbeuten lassen, oder????

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