Solidarität für den Streik an der Berliner Charité.

Ab Montag wird gestreikt. Mal wieder, mag manch einer denken.
Aber in diesem Fall trifft mal wieder nur bedingt zu.
Die Pflegenden der Berliner Charité legen ab dem 22.06. für unbestimmte Zeit ihre Arbeit nieder. Und das wurde verdammt noch mal auch Zeit.

Dass es der Pflege in Deutschland nicht gutgeht, wissen inzwischen wohl die meisten. Denn ich schätze, dass jeder in seinem Umfeld Menschen hat, die diesen Beruf ausüben. Die Probleme sind überall dieselben, egal ob in der Alten- oder Krankenpflege.

Es wird beklagt, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind, die Wertschätzung des Berufes und nicht zuletzt auch die Bezahlung. Wir machen uns Sorgen darum, dass wir unsere Patienten und Bewohner nicht so versorgen können, wie wir es müssten.

Wir gehen mit Bauchschmerzen und schlechtem Gewissen nach Hause. Und das in einem Beruf, der so wichtig ist. Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf Pflege angewiesen zu sein. Dafür reicht es schon, wegen einer Blinddarmoperation ins Krankenhaus zu müssen. Und jeder von uns möchte dort optimal versorgt werden.

Um das wieder gewährleisten zu können, dafür streiken die Pflegenden in Berlin.

Eine Notversorgung wird aufrecht erhalten. Die Fachbereiche, die in Berlin nur von der Charité abgedeckt werden streiken dagegen nicht. Die Pflege ist sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst. Und genau deshalb streiken sie: um nicht länger im vermeintlichen Normalbetrieb das Gefühl zu haben, bereits in der Notversorgung zu sein.

Ich bin der Meinung, dafür verdienen die Pflegekräfte unsere volle Unterstützung und Solidarität.

Ein herzliches Danke an die Pflegenden der Berliner Charité.

Quelle: @Nanunana249

3 Gedanken zu „Solidarität für den Streik an der Berliner Charité.

  1. lisa

    Ich hoffe so sehr, dass das endlich mal den stein ins rollen bringt und weitere einrichtungen sich anschließen!

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  2. lohnwaerter2.0

    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63220/Pflegepersonal-streikt-an-der-Berliner-Charite

    letzter Satz : Die Charité hält dem entgegen, dass die gewünschten 600 Personalstellen mehr im Jahr 36 Millionen Euro zusätzlich kosten würden. Dies könne die Klinik nicht erwirtschaften, argumentierte Einhäupl.

    von daher ist es wichtig, dass sich andere Kliniken solidarisch erklären und den Streik ausweiten, auf dass in Berlin die Politbirnen endlich spannen, dass es so nicht weitergehen kann und das auch kein EInzelfall ist !

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  3. Peter Blatt

    Wir alle, die Beschäftigten in den Kliniken Deutschlands, vor allem die in der Pflege, aber auch die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, sollten den Streik der KollegInnen der Berliner Charité mit Wort und Tat unterstützen! Es ist längst 5 nach 12 und später!
    Der Umbau unseres Gesundheitssystems wird auf dem Rücken der Beschäftigten und der PatientInnen ausgetragen. Wollen wir noch länger krank machende Krankenhäuser tolerieren?
    Die Beschäftigen bezahlen vielfach mit ihrer Gesundheit für die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die PatientInnen auf Grund der stark erhöhten Gefahr von Pflegefehlern u.U. auch!
    Wie soll da der anspruchsvolle, aber auch schöne Beruf der Pflege für junge Menschen attraktiv bleiben? Die Folgen der Personalnot für die praktische Pflegeausbildung zeigen sich schon heute in zunehmender Deutlichkeit. Hier hat sich ein Teufelskreis entwickelt, der schnell durchbrochen werden muss, damit die Not nicht zukünftig noch viel größer sein wird!
    Ein bundesweiter Streik ist längst überfällig. Die Forderung kann nur lauten: Eine gesetzlich verbindlich vorgeschriebene angemessene Personalbemessung muss schnellstmöglich her!!!

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