„Stille Helden des Alltags“ – Sie können mich mal…

 „Pflegende sind die stillen Helden des Alltags“…. ernsthaft Frau Merkel?

Sind Pflegende also auch nur noch reines Kanonenfutter in der Hand der deutschen Politik, die mit einem Orden an der Brust in die Selbstauflösung befehligt werden?

Als was für einen Held muss ich mich verstehen dürfen, wenn ich immer wieder Patienten das verwehren muss was sie benötigen?

Was verstehen sie unter Heldentum, wenn es für mich bedeutet immer wieder Menschen in ihren Ausscheidungen liegen lassen zu müssen weil ein Notfall den anderen Jagd?

Nein ich freue mich sehr darüber, wie sie mit uns der Pflege, den Pflegebedürftigen und dem Gesundheitssystem umgehen. Da spüre ich immer wieder, dass unsere heldenhaften Opfer durch sich auch wirklich gewürdigt werden.

Sie nehmen unsere Wünsche und Bedürfnisse wirklich ernst. Gesetzliche Mindestpersonalschlüssel auf den Stationen lehnen sie ab, dass ist Sache der Tarifpartner. Warum auch etwas gesetzlich regeln, dass die Qualität und Sicherheit für den Patienten sichern würde. Bringt ein Mindestpersonalschlüssel doch auch die Gefahr mit sich, dass die Millionengewinne der privaten Großklinikketten um ein paar Millionen einknicken. Patientenschädigung und ausgenutzte Pflegekräfte nicht mehr als Instrumente der Dividendenerhöhung für die Großaktionäre, sie und ihre Gesundheitsspezialisten haben recht… im Sinne von Millionengewinnen, bitte beuten sie uns Helden des Alltags weiter aus.

Verändern sie bitte auch nicht die Finanzierung des Gesundheitssystems. Bitte auch ich als Held kann es verstehen, dass sie dies nicht sozialer gestalten wollen und können.

Setzen sie bitte weiter auf eine Zweiklassen Medizin und Pflege und schlechte Löhne für das Pflegepersonal. Wenn sie das Gesundheitssystem auf den Kopf stellen, dann bitte mit ihren hervorragenden Kopfpauschalen. Ich würde mich als Held wirklich fair behandelt fühlen, wenn ich den gleichen Fixbeitrag an meine Krankenkasse überweisen darf, wie der Spitzenverdiener mit 60.000-80.000 Euro im Jahr. Bauen sie bloß kein solidarisches System auf, in dem jeder in unserer Gesellschaft entsprechend seinem Einkommen einen fairen Anteil dazu steuert, ob Arbeiter, Angestellter, Selbstständiger, Beamter oder Spitzenverdiener. Bitte schließen sie weiter eine solidarische Finanzierung unseres Pflege- und Gesundheitssystems aus, damit ich mich als Held auch weiter benötigt fühle. Mehr Geld im System, dass braucht doch keiner.

Meine Kolleginnen und Kollegen brennen sich weiter gerne für dieses System aus und freuen sich über die Ehrung als stille Helden des Alltags. Denn ihre Dankbarkeit ist uns mehr Wert als ein ordentliches Gehalt, dass der Verantwortung gerecht wird die wir jeden Tag für die Leben anderer Menschen tragen.

Über 54.000 gestrichene Stellen in der Pflege in den letzen 12- 15 Jahren, in ihrer Regierungszeit ebenso wie in der Zeit ihres dicken Freundes Gabriel und seiner Genossen. Dafür möchte ich ihnen danken, denn ohne den Wegfall aller dieser Kolleginnen und Kollegen, hätte ich nicht erfahren dürfen wie es ist, ein stiller Held des Alltags zu sein.

Ich bin mir sicher, sie werden mit ruhiger Hand einen Arbeitskreis gründen mit vielen Experten und dann bestimmt irgendwann was tolles vorstellen, wie es uns und unseren Patienten besser gehen könnte.

Meine Dankbarkeit für ihre absolute Mehrheit im Bundestag und der damit verbunden Möglichkeit für sie und ihren Herrn Gröhe, weiter Helden und nicht entspannte und glückliche Pflegekräfte sein zu können, ja diese Dankbarkeit ist fast nicht mehr greifbar.

An dieser Stelle eine Pause für die Ironie, die die letzten Zeilen prägte. Ich liebe meinen Job, ich pflege gerne und werde dies auch weiter tun. Was mich aufregt und ausbrennt ist das heile Welt Gelaber der großen Politik, die uns wissentlich in diese Situation hinein gebracht hat und uns weiter verbrennen wird und dafür können die mich echt mal….

 Bitte machen sie so weiter Frau Merkel, damit auch auf meinem Grabstein stehen kann 

„Er starb jung, aber als stiller Held des Alltags“

 

 

 

3 Gedanken zu „„Stille Helden des Alltags“ – Sie können mich mal…

  1. Sandra Leurs

    Würde mich gerne als erstes beim Schreiber bedanken. Er sagt die Wahrheit, Ausbeutung und ich nenne es sogar Versklavung. Denn wenn man sich gegen die 8 Nachschicht oder das vierte Wochenende im Dienst wehren will, bekommt man oft die Androhung einer Dienstanweisung oder Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung. Ich musste mir sogar auf Anweisung meines Arbeitgebers einen Anrufbeantworter anschaffen, um ständig erreichbar zu sein. Das hieß, wenn ich Freitags nach dem Frühdienst ins freie Wochenende ging, bekam ich einen Anruf: „Samstagabend Nachschicht „, keine Bitte sondern sie müssen. Ich bin dann nach den ersten Einspringdiensten nicht mehr ans Telefon gegangen. Aber genuzt hat es nichts, dann begann nämlich Telefonterror, es klingelte alle halbe Stunde. Mit AB war es besser, der sprang dann an, und mein Spruch war dann immer, ist erst ab Montag den…… wieder zu erreichen. Lohnkürzungen, weil die Träger der Institutionen die pflegen, ihre Gewinne maximieren wollen, und die zu Pflegenden darunter leiden. Weihnachtsgelder werden gekürzt. etc.
    Habe jetzt sogar gehört, weil sich Pflegekräfte gegen eine Lohnkürzung ausgesprochen haben, wird Reinigungspersonal mit einer Behinderung von mehr als 50% z.B. Diabetis oder Rheuma entlassen. Und dafür eine Reinigungsfirma einbestellt, natürlich werden dann diese Reinigungskräfte preiswerter bei der Entlohnung sein, und so geht die Gewinnmaximierung weiter. Und glaubt bitte nicht, das da kirchliche Arbeitgeber menschenfreundlicher sind, im Gegenteil für mich sind sie die schlimmsten Ausbeuter. Kirchliche Träger brauchen sich nicht an die Tarifverträge im öffentlichen Dienst zu halten, sie können auch den Mitarbeitern verbieten sich gewerkschaftlich zu organisieren, weil sie eine eigene Tarifautonomie haben. Und Androhungen so wie: „Sie wissen ja, nächste Woche kommt Pflegepersonal aus ….. , die sind preiswerter und sie werden gekündigt, sie sind zu teuer. “ O-Ton eines Sozialarbeiters in einem kirchlichen Altenheim. Ich könnte Bücher über meine 13 jährige Erfahrung in der Pflege schreiben.
    Ich habe bei beiden großen kirchlichen Trägern, bei der Stadt, und in einem privaten häuslichen Pflegedienst gearbeitet, und ich habe immer die gleiche negativen Erfahrungen gemacht. Nach 13 Jahren stand ich kurz vor dem Burn Out, diagnostiziert wurden bei mir 2 Arten Rheuma, und die Fibromyalgie ist durch diese Arbeitsbedingungen entstanden, die Polyarthritis ist vererbt. Ich habe meine Beruf total gerne ausgeübt, in den ersten Jahren haben mir Einspringdienste nicht viel ausgemacht. Aber als dann meine Ehe auf der Kippe stand, weil ich ständig gearbeitet habe, musste ich etwas ändern. Raus aus dem Beruf, nun versuche ich von Seiten der Politik etwas zu ändern. Arbeite mit in der Piratenpartei, an neuen Möglichekeiten das Gesundheitssystem und somit auch die Pflegepolitik postiv zu beeinflussen.

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