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Pflegestreik und die Bewegung in Deutschland.

Was soll ich dazu sagen,
was 2015 als Online-Idee angefangen hat, ist wie es schön heißt: viral gegangen.

Pflegestreik – ein Idee geht durch Deutschland!

Viele Pflegekräfte halten es immer noch für undenkbar, zu streiken. Also die Arbeit niederzulegen, den Arbeitsplatz zu verlassen, um für die eigenen Arbeitsbedingungen auf die Straße zu gehen. Dieselben Pflegekräfte, die die Station nicht verlassen möchten, um eine echte Pause haben zu können.
Viele, viele gute Kolleginnen und Kollegen sind in den letzten Jahren aus dem Arbeitsplatz Krankenhaus und Pflegeheim gegangen. Nachgekommen sind nur wenige.

Die, die geblieben sind, bemühen sich seit Jahren, dass was sie als gute Pflege gelernt haben, weiter umzusetzen und durchzuführen.
Der ganze Prozess des Personalabbaus und der Arbeitsverdichtung ging in den letzten Jahren so schleichend, dass erst vor wenigen Jahren die Pflegekräfte gemerkt haben, wie es wirklich um sie steht.
Die Arbeitsbedingungen sind mittlerweile in vielen Bereichen so bescheiden, dass viele dadurch krank geworden sind. Viele stehen mittlerweile kurz vor dem Aufgeben. Den geliebten Beruf aufgeben und sich einfach etwas anderes suchen, etwas Geregeltes, etwas mit freien Wochenenden, etwas mit planbaren Arbeits- UND Freizeiten, ohne ständig angerufen zu werden und bebettelt werden einzuspringen.
Der Pflegestreik an der Charité 2015 hatte alles ins Rollen gebracht. Auch wenn die Ursprungsbedingungen und das Tarifergebnis an der Charité vielleicht nicht für alle Kliniken übertragbar sind, dachte sich ver.di im kleinen Saarland: was die können, können wir auch.
Im Saarland gibt es sowieso zu viele Krankenhäuser, die viel zu wenig zusammen arbeiten, also lasst uns mal den Pflegestreik hier versuchen. Und Mitglieder haben wir auch zuwenig und insgesamt bräuchten wir mal wieder eine positive Lobby.
Die Grundidee im Saarland war, Beschäftigte von mindestens 11 der 21 Krankenhäuser dazu zu bringen, streikbereit zu sein. Nun war das Problem, dass Friedenspflicht herrscht und nur für etwas gestreikt werden darf, was noch nicht in einem Tarifvertrag geregelt ist. Also wurde die Idee geboren, einen sogenannten „Tarifvertrag Entlastung“ zu fordern und gegebenenfalls dafür zu streiken.
Aber oha: die Arbeitgeber wollen nicht verhandeln. Ver.di Berlin und die unterschiedlichen Arbeitgebervereinigungen seien zuständig. Verdi TrierSaar behauptet das Gegenteil.
Wer jetzt Recht hat, ist im Grunde genommen immer noch nicht geklärt.
Aber die ganze Streikdiskussion hatte 2016 auch die Landesregierung aufgeschreckt, denn schließlich stehen im März 2017 Landtagswahlen an. Eine positive Lobby für das Gesundheitsministerium kann da auch nicht schaden.
Gemeinsam mit dem Landespflegerat wurde ein „Pflegepakt“ ins Leben gerufen, um die Situation der Pflegekräfte partei- und institutionenübergreifend durch Maßnahmen zu verbessern. Hier wurden viele gute Ideen entwickelt.
Auch wurde von der zuständigen Ministerin ein Entschließungsantrag in den Bundesrat geschickt, um für eine bessere Pflegepersonalbesetzung in den Krankenhäusern zu sorgen.
Kurz vorm Internationalen Frauentag hat dann sogar zufällig zeitgleich die Expertenkommission der Bundesregierung ihr Ergebnis für eine Personalbemessung im Krankenhaus vorgestellt.
Aus einem Pflegestreik am 8. März 2017 wurde vorerst eine gemeinsame Demonstration von Saarländischer Krankenhausgesellschaft, Gesundheitsministerium und ver.di.
4000 Menschen gingen auf die Straße, trotz Regen und Kälte ließ sich niemand von dem knapp 6 km langen Marsch abhalten.
Die Idee eines Pflegestreiks hat sogar bis jetzt schon bei so vielen saarländischen Pflegekräften und Sympathisanten Anklang gefunden, dass es in Saarbrücken am 20.03.2017 einen weiteren Warnstreik für eine bessere Pflege geben wird.
Alles in allem beachtliche Bewegungen in kurzer Zeit. Insgesamt gehe ich davon aus, dass die gemeinsame Arbeit aller Berufsverbände und Partner im Gesundheitswesen dazu beigetragen haben, dass sich die Bundesregierung jetzt (kurz vor der Bundestagswahl) endlich bewegt. Zwar langsam, viel zu langsam, aber sie bewegt sich.

Danke an Heide Helga für diesen Beitrag.

Mittwoch, Programmpunkt: #Pflegestreik


➔ ➔ Folgt uns auf Twitter und werdet ein Teil davon.

„Kontrolle nicht möglich mangels Personal“
oder auch Gedanken zu Pflegestreik

Wir müssen nicht einmal „richtig“ streiken. Es würde reichen, wenn wir aufhören dieses kranke System weiter mit vollem Einsatz zu unterstützen, um allen zu zeigen, dass eigentlich jetzt schon nichts mehr geht.“ So ähnlich schrieb ich ein paar meiner zahlreichen Tweets zum Pflegestreik. Prompt kamen die Antworten: „Warum tut ihr es dann weiterhin?“

Ja meine lieben Kolleginnen und Kollegen, die Frage möchte ich gern weiter geben.
Warum tun wir das?

Ehrlich gesagt, so richtig verstehen tue ich das nämlich auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus einem ganz anderen Bereich in die Pflege gewechselt bin und dort meinen kleinen „Papierstreik“ bereits hinter mir hatte. Zur Erklärung:

Bevor ich auf die geniale Idee kam, meine Ausbildung in einem Beruf zu machen, der ganz viel Anerkennung mündlich wie schriftlich mit sich bringt, nur leider genau gar keine im beruflichen Alltag oder gar auf dem Girokonto, war es meine Aufgabe, dass wichtige Dinge pünktlich am richtigen Ort sind. Diese wichtige Dingen konnten alles sein. Von Werkzeugersatzteilen über Toilettenpapier bis hin zu Dienstwagen und Lkw Ladungen voller Plastikprömpel, die in irgendwelche Aschenbecher für Autos eingebaut werden.
Ich arbeitete nämlich im Einkauf eines Automobilzulieferers. Ist auch nicht weiter wichtig, denn diese Job hatte ich prima im Griff und da ich in einer Zweigstelle eingesetzt war, hatte ich sogar den Luxus, mein eigener Chef zu sein ohne die anderen, natürlich noch viel wichtigere Dinge bestellenden, Einkäufer im Nacken zu haben.

(Könnt ihr mal sehen, was andere Leute teilweise beruflich so für Sorgen haben. „Also, die Teile, die ich bestelle, sind aber viel teurer als Deine. Ich bin hier dass Rennpferd.“ Glückwunsch dazu.)

Es begab sich jedoch, dass sich an einer ganz andere Ecke des Betriebes ein Loch auftat. Nämlich im Wareneingang. Dort waren normalerweise mehrere Gabelstaplerfahrer, 2 Lageristen, 2 Mitarbeiter der Qualitätssicherung und der Lagerchef zugange. Die Gabelstaplerfahrer hatten sich jedoch entschlossen, gleich mal alle gleichzeitig zu kündigen, ebenso ein Lagerist. Nun, da ich meine Baustelle im Griff hatte und meine Überstunden auf dem Zeitkonto brav in Form von verlängerten Wochenenden abgebaut hatte, wurde ich gebeten dem Lagerchef doch „etwas Tipperei“ am PC abzunehmen. Bestände ein- und aus pflegen eben, dachte ich, also kein Problem. Der arme Kerl hasste eh die PC Arbeit, die mit seinem 2 Fingersuchsystem auch noch ewig lang dauerte. Nun komme ich mittags, nachdem ich meinen eigenen Schreibtisch im Akkord abgearbeitet hatte, rüber und erlebe folgendes:
Der Chef des Wareneingangs sitzt auf dem Stapler und lädt Lkws ab, packt die Kisten und Paletten irgendwo hin und drückt mir die Lieferscheine und zwei Stempel in die Hand. Einmal „Ware erhalten“ und der zweite „Stückzahl und Qualität kontrolliert“. Ich sollte das bitte stempeln und unterschreiben, er mache das normalerweise nach Kontrolle aber dafür hätte ja aktuell keiner Zeit. Es ständen noch 4 Lkws mit äußerst schlecht gelaunten Fahrern auf dem Hof, er wüsste gar nicht wie er das schaffen soll. „Und die Bestände?“ fragte ich daraufhin. Die seinen völlig egal, den Computerscheiß schaffe er eh seit Tagen nicht, da stimme sowieso nix mehr im System.

(Fein, dachte ich. Wenn die Bestände nicht stimmen, dann wird es auch schwierig, meinen Job vernünftig zu machen. Denn was soll ich in welchen Mengen nachbestellen, wenn ich gar nicht weiß, ob und wenn ja, wieviel davon im Haus ist? Egal, da muss ich mich dann wohl später drum kümmern.)

„Und was ist mit den beiden Herren von der Qualitätssicherung?“ Die machen irgendwas anderes mit den fertig gebauten Teilen von oben. Die helfen nie im Wareneingang. Hätten nur ihr Büro hier unten.

So liebe Kollegen aus der Pflege, das kommt Euch doch jetzt sicher bekannt vor. Arbeit, die nicht zu schaffen ist. Ausgebildete Fachkräfte, die Helfertätigkeiten durchführen und daher zu ihrer eigentlichen Arbeit nicht mehr kommen, dies jedoch unterzeichnen sollen. Und weitere „noch besser“ ausgebildete Fachkräfte, die lediglich auf dem Papier dazu gehören, sich aber überhaupt nicht dazu berufen fühlen, auch nur irgendwas zu tun. Fast wie auf Station, nur ohne Patienten, oder? Nun komme ich, in meinem jugendlichen Leichtsinn und mache folgendes: Ich latsche zurück zu meinem Schreibtisch, hole meinen einstellbaren Stempel und drehe mir ein nettes „Kontrolle nicht möglich mangels Personal“ zurecht. Da war der Lagerchef aber plötzlich ganz aufgeregt. „Das könne ich doch nicht machen, das ginge bestimmt bis ganz oben.“ „Ja, das ist der Sinn der Sache. Die müssen nämlich wissen, was hier los ist, sonst ändert sich nichts. Außerdem unterschreibe ich ganz sicher nicht für ganze Lkw Ladungen, deren Inhalt ich nie gesehen habe, dass es sich um einwandfreie Ware im Wert von 125000 € handelt. Ganz sicher nicht.“

Um es kurz zu machen: Mein Stempel kam auf die Scheine. Und mit ihm kamen die Damen und Herren aus der Teppichabteilung. Zuerst ging ich selbst zum Betriebsleiter rüber (ein wirklich netter Kerl) der umgehend 2 Leiharbeiter mit Gabelstaplerschein organisierte, die schon am nächsten Morgen ihre Arbeit aufnahmen. Dann kam mich der Chef des Einkaufs besuchen. Durch die Blume gratulierte er mir zu meinen „Eiern“ als popelige Bürohilfe so eine Welle zu reißen. Also quasi mal eben der Personalabteilung per Stempel zu erklären,
dass sie es verkackt hat.
Daran hatte ich bis dahin überhaupt keinen Gedanken verschwendet. Ups!
Zum Schluss kam dann auch noch die Betriebsratsvorsitzende, die meinte, ich solle umgehend in die Gewerkschaft eintreten, wenigstens aber beim nächsten Mal zur Wahl des Betriebsrats antreten. Ich, die 19 jährige Bürohilfe, mit dem komischen Stempel? So ganz verstand ich das Theater damals nicht. Ist auch egal, denn es kam sowieso alles anders. Die Firma gibt es mittlerweile nicht mehr, und ich wollte auch auf etwas ganz anderes hinaus.
Ich habe bis heute noch nie unter irgendetwas meinen Namen gesetzt, wenn ich es nicht selbst erledigt oder mindestens persönlich kontrolliert habe. Für mich bedeutet mein Handzeichen nicht „Guck mal, ich war auch im Dienst.“ sondern „Hierfür trage ich die Verantwortung.“ Und noch mehr Angst, als damals die Verantwortung für eine 125000€ teure Lkw Ladung, die theoretisch ein paar Paletten Papiermüll hätten sein können, zu übernehmen, habe ich heute, dafür zu unterschreiben, dass es einem Patienten gut geht, er jegliche notwendige Unterstützung von mir erhalten hat und ich dafür quasi bürge. Erst recht, wenn ich auch noch ganz genau weiß, dass dem definitiv nicht so ist.
Ich hatte es bislang natürlich auch sehr einfach, dieses Prinzip konsequent durchzuhalten. Während meiner Ausbildung durfte ich ohnehin nur selten selbst dokumentieren (sitzende Tätigkeit, das lassen sich einige Schwestern nur sehr ungern abnehmen, wo doch alles andere schon nur Rennerei und Hetze ist) Und danach bin ich direkt in die Notaufnahme. Dort ist natürlich klar: Wenn ich dokumentiere „EKG gelaufen“ dann, weil ich den Ausdruck bereits in der Hand halte. Alles andere wäre einfach nur bescheuert.

Nichts desto trotz will einfach nicht in meinen Kopf, warum ALLE meine Kollegen, die ich kennen, so „locker“ mit ihren Handzeichen sind. (Entspannt Euch, liebe Kollegen, ich erkläre gleich, was ich mit locker meine.)
Sorry, aber es tut mir körperlich weh Lagerungspläne, Verzeihung „Mobilisationspläne“, zu lesen, auf denen 18 Patienten um 16 Uhr auf links gelagert wurden. Von 2 Pflegekräften. WAS SOLL SO EIN SCHEISS??! Natürlich haben die 2 Kollegen die sogenannte Lagerungsrunde gemacht und natürlich sind auch alle Patienten bewegt worden aber ganz sicher nicht alle um 16 Uhr.
Warum schreiben wir dann so etwas? Warum dokumentieren wir „aktivierende Ganzkörperwaschungen“ mit drölfzig Prophylaxen bei 16 Patienten, zu dritt zwischen 7:00 und 8:30 Uhr. WARUM? WER SOLL DAS GLAUBEN?

Liebe fachfremden Leser, bitte versteht mich an dieser Stelle nicht falsch. Wir sitzen nicht alle sorglos im Dienstzimmer herum und lassen „locker“ ein paar Handzeichen über die Seiten fliegen, Hauptsache die Dokumentation ist hübsch, scheiß auf den Patienten. Im Gegenteil! Viele meiner Kollegen tun alles in ihrer Macht stehende um jedem Patienten zumindest das Notwendigste an Pflege zukommen zu lassen und verachten nahezu die ganze Schreiberei, für die so wertvolle Zeit verloren geht. Ein Großteil der Pflegerinnen und Pfleger aus meinem Umfeld, würde nicht einmal die Kühlschrank Temperatur als ok abhaken ohne auch wirklich nachgesehen zu haben. Und erst recht nicht einem pflegebedürftigem Patienten einen intakten Hautzustand attestieren, ohne jeden Zentimeter auch wirklich inspiziert zu haben. Das meine ich nicht, wenn ich von „locker“ spreche.

Es geht mir um die Dinge, die wir nach täglichen Abwägen der Prioritäten weglassen MÜSSEN, weil einfach keine Zeit dafür da ist. Der Patient, den ich aus Zeitgründen nicht ins Bad sondern lediglich an die Bettkannte mobilisieren konnte. Bei dem Pneumonie Prophylaxe darin bestand, bei geöffnetem Fenster ein paar mal tief durchzuatmen um die frische Luft zu genießen und sonst nix. Den ich nicht mal aus seinem Schlafanzug geholt habe, weil es ihm zum Glück eh wurscht ist, ob er im Schlaf- oder Jogginganzug an seiner Bettkante sitzt um auf das Frühstück zu warten. Ich kann das durchaus verantworten. Natürlich fallen mir mindestens noch 30 Dinge ein, die ich aus pflegerischer Sicht zur Gesundung des Patienten beitragen könnte. Dummerweise warten aber noch 8 andere Patienten, deren Blutdrücke ich noch nicht kenne, die womöglich Schmerzen haben, dringend zur Toilette begleitet werden müssen oder gar im sterben liegen. Also entscheide ich: „Diesem Patienten geht es jetzt gut genug, Mindestmaß erfüllt, weiter geht`s.“
Wie gesagt, das kann ich gerade noch verantworten. Warum aber (und jetzt bitte ich meine Kollegen hier ernsthaft um Antworten, weil ich den Stationsalltag wirklich nur aus Schülersicht kenne) dokumentiere ich danach dieses „Wunderland“?
Mobilisation in Nasszelle, Teilkörperwäsche, Mundpflege, alle relevanten Prophylaxen, bla blub trallala… WAS SOLL DAS?

Schreiben wir es doch einfach mal so wie es ist.

„Gesicht gewaschen, Zähne raus, geputzt wieder rein, Katheterpflege, zum Frühstück in Rollstuhl mobilisiert, mehr war nicht drin.“

oder

Blutdruck, Puls, Temperatur im grünen Bereich, Patient bemerkt den Stress der Pflegekraft und verzichtet auf Hilfe bei der Körperpflege mit den Worten „Bekomme heute eh keinen Besuch, reicht wenn ihr mir morgen ins Bad helft. Zu Hause gehe ich auch nicht jeden Tag duschen, erst recht nicht wenn ich krank bin.“

oder

Vitalzeichen o.B. Wegen eines Notfalls in Zimmer 146 Patient erst nach dem Frühstück wieder angetroffen. Herr M. musste daher in Schutzhose abführen, ist seitdem verständlicherweise sehr schlecht gelaunt und verweigert nun weitere Unterstützung zur Körperpflege und sämtliche Prophylaxen.

oder

Patientin musste aufgrund der Unterbesetzung von Praktikantin bei der Körperpflege unterstützt werden. Frau S. fühlt sich gut versorgt, ob Pflegehandlungen nach Standard und fachlich korrekt durchgeführt wurden, kann nicht beurteilt werden.

Versteht Ihr was ich meine? Ich denke schon.

Mit Hilfe des #Pflegestreik wollen wir unsere aktuelle Situation deutlich machen. „Leute, es geht so nicht weiter! Ihr sterbt womöglich, obwohl wir uns für Euch krank schuften!“ in die Welt schreien. Änderungen müssen her! Ein verbindlicher Personalschlüssel muss her! Und bei aller Liebe, wenn wir genug junge Menschen dazu bewegen wollen, eine Beruf in der Pflege zu ergreifen, wird auch mehr Kohle dafür auf den Tisch kommen müssen. Das sollten wir den Menschen auch genau so sagen. Und ich finde, wir sollten dann auch aufhören, uns selbst zu belügen, indem wir Dinge schön schreiben, die nicht schön sind. Wozu auch? Für die Stationsleitung, die PDL, das Krankenhaus, den MDK, die Politik? Für wen? Alle, die damit zu tun haben, wissen, dass wir unmögliches möglich machen sollen. Warum also weiter lügen? Warum hinter 34 Pflegehandlungen auf einer Liste mein Handzeichen machen, um Geld von der Krankenkasse zu bekommen, das nur für 6 davon reicht? Warum so tun, als würde diese System auch nur annähernd funktionieren?

Wir sind das schwächste Glied in dieser Kette, sollen aber den Kopf hinhalten. Wenn irgendwas schief geht, ist schnell ein Schuldiger gefunden. Die Pflege, wer sonst? Warum also sollten wir weiterhin für die 125000€ Lkw Ladung, ähm Verzeihung, für die angebliche Gesundheit des Patienten verantwortlich zeichnen?

Warum nicht einfach ein „Kontrolle nicht möglich, mangels Personal“ Stempel?

Quelle: @Emergencymum

#pflegestreik betrifft jeden!

In den sozialen Medien (z.B. bei Twitter) tobt seit Beginn des Streikes der Pflegenden in der Berliner Charité ein Aufschrei der Pflegenden in Deutschland. Auch viele Nicht-Pflegende beteiligen sich mittlerweile daran. Dieser Aufschrei geht auch nach dem Streikende in der Charité weiter. Er wird sogar noch größer und lauter.

Unter dem Hashtag* #pflegestreik werden kurze Texte zum bestehenden und größer werdenden Pflegenotstand in Deutschland verfasst.
*) Ein Hashtag ist wie eine Art Stichwort oder Kategorisierung.

Tweets (=“Nachrichten in 140 Zeichen“ vereinfacht gesagt) in teilweise 5stelliger Anzahl pro Tag in Deutschland (besonders gehäuft zur Zeit jeden Mittwoch ab 13:45 Uhr) in dem Pflegende und andere Personen Missstände darstellen und Änderungen fordern. Über 11.000 Tweets am ersten Mittwoch und viele viele mehr am zweiten Mittwoch sowie an allen anderen Tagen kontinuierlich geschrieben sprechen für sich. Über Trendanalysen zeigte sich, das das Thema teilweise auf Platz 1 der Trends bei Twitter in Deutschland lag. Dies spricht für ein deutliches Interesse für dieses Thema. Die Tweets zeigen den Notstand auf, teilweise sachlich, teils reisserisch, teils mit Beispielen aus dem Pflege/Klinik/Altenheim-Alltag. Jeder Schreiber nach seinem Gusto.

Ein Thema das auch ausserhalb der sog. sozialen Netzwerke des Internets behandelt werden sollte.

Pflege betrifft jeden – auch mich? Was habe ich mit einer Pflegekraft zu tun?

Pflege betrifft jeden. Früher oder später. Viele von uns werden spätestens im Alter pflegebedürftig werden. Unsere Freunde oder Eltern sind es vielleicht bald oder schon. Hat man morgen einen Unfall liegt man schneller pflegebedürftig und angewiesen auf fremde Hilfe im Krankenhaus als man denkt und es sich wünscht.

Dann werden selbst alltägliche Dinge wie der Toilettengang, das Waschen, die Möglichkeit etwas zu Trinken zu bekommen oder bequem zu liegen ohne fremde Hilfe (=Pflegekraft) unmöglich. Auch beim Überleben und Therapie hilft die Pflege teilweise sehr maßgeblich mit. Im Regelfall ist es die Pflege die den Patienten die meisten Zeit am Tag sieht und seine Bedürfnisse wahrnimmt, im Vergleich zu wenigen Minuten der ärztlichen Visite. Sie sammelt und bündelt wichtige Infos und Veränderungen für den Arzt.

Sie setzt seine Anordnungen für den Patienten um und bringt hier auch ihr Fachwissen mit ein. In vielen Dingen verlassen sich die Ärzte auch bewusst und zu Recht auf die breitgefächerte und spezialisierte Expertise der Pflege. Sie steuert nach Maßgabe des Arztes in ihrem Verantwortungsbereich eigenverantwortlich auch die Therapie (z.B. auf Intensivstation wenn es um lebenserhaltende Einstellungen wie Medikamentengaben zur Kreislaufaufrechterhaltung oder die Steuerung der Beatmung geht), da der Arzt nicht die Zeit hat 24 Stunden direkt selbst darauf zu achten (er trägt für viele Patienten die Verantwortung). Der Arzt ist auf die Pflegenden angewiesen. Diese reagieren sofort auf jede Änderung am Patienten. Dazu brauchen Sie aber die Zeit um die Änderungen wahrzunehmen um entsprechend handeln und helfen zu können.

Muss eine Pflegekraft zu viele Patienten versorgen, geht dies nicht mehr. Der Patient muss warten, Abstriche in der Versorgung sind die Folge auf Grund von zu wenig Zeit. Egal wie gut man organisiert ist oder multitasken kann. Dann „fällt waschen“ aus, dann ist keine Zeit die Fragen des Patienten zu Beantworten, seine Sorgen und Bedürfnisse wahrzunehmen, für ihn da zu sein, zu zu Hören, oder auch bei Sterbenden den letzten Lebensabschnitt würdevoll und nicht allein (Hand haltend) zu gestalten.

Sofern Zeit ist. Aber die Zeit fehlt, da Personal fehlt und die Arbeitsverdichtung zu nimmt. Durch immer aufwändigere Patienten, immer mehr Patienten, immer mehr Tätigkeiten, immer mehr nötiger Dokumentation. Das für Pflegende die eigene Pause ausfällt oder kürzer als vorgegeben stattfindet ist dabei oft Alltag. Eine Pause innerhalb von 8 Stunden, in der trotzdem auf die Klingel gegangen wird, obwohl man kurz etwas trinkt und isst, bzw. dies gerne tun würde. Viele Pflegende sagen nichts sondern meinen das geht schon, bis sie dekompensieren, sich selbst krank arbeiten. Viele Pflegende sind zu sozial und Versuchen die fehlende Zeit zu kompensieren anstatt darüber zu reden. Dies ändert sich nun. Längst überfällig und mit zwingend nötigen Änderungen seitens der Politik und des Gesundheitssystems und somit der Gesellschaft in der Folge nötig. Der Mangel ist bekannt, ja sogar statistisch offiziell erfasst. Siehe Quellen am Seitenende.

Worum geht es beim #pflegestreik?

Ein Thema das die gesamte Gesellschaft, jeden Bürger betrifft. Früher oder später.

Ein Thema das politische Kenntnisnahme und vor allem Änderungen bedarf. Ein Thema über das auch die Medien / die Presse berichten und aufklären sollte.

Beim „Pflegestreik“ geht es aktuell noch nicht um eine realen Streik wie bei der deutschen Post, der Bahn oder wie bei der Charité. Es geht um Sensibilisierung aller Bürger zum Thema Pflegepersonalnot und den zugehörigen Rahmenbedingungen. Noch ist der „Streik“ nur online, es wird auf Missstände und Änderungsbedarf hingewiesen. Ein realer Streik wie in der Charité bei dem es nicht um mehr Lohn, sondern um mehr Pflegestellen ging zeigt deutlich den Bedarf. Dieser Bedarf besteht in ganz Deutschland. Jetzt und in der Zukunft wird dieser noch steigen. Das ist seit Jahren bekannt und wird kommuniziert. Die Gewerkschaft verdi versuchte erst vor wenigen Wochen mit der Aktion 162.000 darauf aufmerksam zu machen. Die Aktionen „Pflege am Boden“ verfolgen seit Monaten ähnliche Ziele. Dieser Bedarf an mehr (gut ausgebildeten!) Pflegepersonal benötigt Änderungen im Gesundheitssystem, z.B. verbindliche Pflegepersonalschlüssel (Verhältnis Pflegekräfte pro Patientenanzahl pro Schicht), mehr und vor allem attraktivere Ausbildungsplätze für Pflegepersonal und eine auch in der Praxis gut durchgeführte Ausbildung, bessere Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal (Kompensation der Schichtdienst-Arbeitszeiten, attraktive Stellen, Familienvereinbarkeit, Unterstützung, weniger Diensttage am Stück, attraktive Teilzeitangebote, Möglichkeiten Personalengpässen zeitnah zu begegnen ohne das Kollegen oft aus dem „Frei“ geholt werden müssen

Ein Bedarf an gut ausgebildeten Pflegepersonal,
an mehr Pflegepersonal pro Station und pro Schicht.

Meist sind nur wenige Pflegende für viele Patienten zuständig, so das Abstriche in der Patientenversorgung gemacht werden müssen. Oder auf Grund des Zeitdrucks auch Fehler entstehen können. Und das alles in der Arbeit mit / am Menschen. Der Mensch ist kein Gegenstand den man Ersetzen kann und nochmal von vorne beginnen kann, wenn man etwas falsch gemacht hat. Viele Pflegende haben hohe qualitative Ansprüche an die Umsetzung der Pflege, können dies aber selten umsetzen. Pflegende sind öfters krank oder leiden an BurnOut. Wenn man teilweise10-14 Tage am Stück im Drei-Schichtbetrieb (Früh/Spät/Nacht inkl. Wechseln) arbeiten muss, ist das auf Dauer auch nachvollziehbar.

Bessere Rahmenbedingungen nutzen allen. Den Menschen die am Menschen arbeiten und den Menschen als Patienten. Damit die Pflege nicht noch länger Patient ist, sondern sich um Patienten kümmern kann. Änderungen bei Personalbemessung und den Rahmenbedingungen.
Sicher gibt es einzelne Stationen in denen es nicht ganz so ausgeprägt ist oder scheint, aber das sind bis dato einzelne „Inseln“. Wir brauchen überall bessere Zustände. Und auch die momentanen „Inseln“ sind vor Arbeitsverdichtung und Belastung aus unterschiedlichen Richtung nicht gefeit.

Warum mehr Pflegepersonal und bessere Rahmenbedingungen? Kurz und knapp.

– für mehr ausreichend Zeit in der Patientenversorgung

– keine Abstriche in der Patientenversorgung

– Auszubildende sollen und müssen auch in der Praxis angeleitet und ausgebildet werden können und nicht fehlende examinierte Pflegekräfte ersetzen / kompensieren, dazu braucht es mehr Personal und Zeit. Diese Anleitung muss besser und auch gesetzlich sichergestellt werden. Denn nur eine qualitativ gute praktische Ausbildung, welche die theoretische Ausbildung ergänzt, kann später zu guter, hochwertiger Patientenversorgung führen. Ihren Oldtimer würden Sie doch auch nicht vom Lehrling lackieren lassen, ohne das er weiß worauf er achten muss?

– verbindliche Pflegekraft-Patienten-(Personal)Schlüssel
z.B. von 1 Pflegekraft zu max. 8 Patienten in Schichten untertags auf „Normalstationen“ und keine Nachtdienste alleine auf „Normalstationen“. In Intensivpflegebereichen einen durchgehenden Personalschlüssel von 1 Pflegekraft zu maximal 2 Patienten.

Die aktuell im Bundestag befindliche Gesetzesreform nur der Tropfen auf den heißen Stein, hier braucht es eine weitsichtige und umsichtige Regelung wie eben vorgeschlagen. Damit eine wirkliche Entlastung möglich ist und nicht später nachgebessert werden muss.

– Möglichkeiten und gesetzliche Vorgaben fehlendes Personal (z.B. wegen Krankeitsausfall) kurzfristig zu ersetzen ohne oft Kollegen aus dem „Frei“ zu holen. Ein Frei das man bräuchte um seine Akkus wieder aufzuladen.

– Möglichkeiten mehr Personal von ausserhalb der Station kurzfristig hinzuziehen bei erhöhtem Pflegebedarf, damit keine Abstriche in der Patientenversorgung gemacht werden müssen.

– attraktivere Angebote der Arbeitgeber (Lohn, flexiblere Arbeitszeitmodelle, familienfreundliche Teilzeitangebote, mehr Personal,…)

– ggf. attraktive Dienstplangestaltung, Aussenwerbung mit entsprechenden Dienstplanmodellen die die jeweilige Klinik als Arbeitgeber attraktiv werden lassen. Dies kann für langfristig vorhandenes und zufriedenes Personal sorgen, anstelle von Personal das verheizt wird und ggf. nach wenigen Jahren wieder wechselt und unzufrieden ist. Kliniken mit mehr und genügend Personal bedeuten, das sich die Schichtdienstbelastungen aufteilen und nicht so stark auf den einzelnen auswirken. Und der Schichtdienst senkt an sich schon die Lebenserwartung der ihm ausgesetzten Personen (wie z.B. der Pflege)

Im Umkehrschluss – was kann mehr Personal und bessere Rahmenbedingungen bewirken?

– ausreichend Zeit für die Patientenversorgung und die „restlichen Anforderungen“ wie QM und Dokumentation damit keine Information über die Patienten verloren gehen

– Zeit für die Fragen und Anliegen der Patienten

– Zeit für Patienten wenn sonst keiner da ist

– zeitnahe Hilfe bei Bedürfnissen der Patienten, wenn diese z.B. auf dem Topf sitzen für den Stuhlgang und dieser kann auf Dauer sehr unangenehm hart sein, oder evtl. dringend auf den Topf müssten….

– ausgeglichene Pflegekräfte die zufrieden ihren Job machen weil sie keine Abstriche in der Versorgung machen müssen. Zufriedene Arbeitnehmer arbeiten in jeder Branche besser und hochwertiger. So auch hier. Zufriedenheit = langfristige Stellenbesetzungen, weniger BurnOuts

– genug Zeit die Akkus im frei wieder aufladen zu können, da kein Anruf droht ob man einspringen könne

– weniger Krankheitstage bei Pflegenden und damit weniger Kosten für das Gesundheitssystem an sich

– mehr Pflegende durch bessere Arbeitszeit/Teilzeitmodelle nach Wunsch der Betroffenen und nicht nach Wunsch der Verwaltung

– mehr Pflegende durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie => Stichworte: Dienstplangestaltung, freie Tage, Arbeitstage en bloc, Arbeitszeit/Teilzeitmodelle

– mehr Pflegende durch attraktivere Ausbildung und attraktiveren anschließenden Berufsaussichten

– mehr Qualität durch mehr und gesicherte Zeit für praktische Anleitung von Auszubildenden

Was kann ich tun?

Briefe #pflegestreik

Sprechen Sie in Ihrem Freundes und Bekanntenkreis darüber. Darüber reden ändert etwas. Stillschweigen nichts. Darüber reden sorgt für Unterstützung in der Bevölkerung damit sich etwas ändern kann und ein Bewusstsein für Änderungsbedarf und Personalnot entsteht. Unterstützung und Rückhalt damit sich mehr Pflegende trauen (die dies sonst aus Angst oder sozialen Pflichtgefühl gegenüber dem Patienten) Misstände nicht mehr still oder stationsintern zu kompensieren, sondern dies anzusprechen und Änderungen zu fordern. Beim Arbeitgeber wie auch in der Gesellschaft. Und darüber hinaus auch die nötige Anerkennung erfahren.

Machen Sie die Medien und die Presse auf das Thema aufmerksam. Egal ob lokale Presse oder überregional. Per Post, E-Mail oder in den sozialen Netzwerken.

Wenden Sie sich an ihren Bundestagsabgeordneten (egal ob Sie diesen gewählt haben oder nicht, da er alle Wähler eines Wahlkreises vertritt) oder Parteien im Bundestag Ihrer Wahl.

Schreiben Sie der Bundesregierung bzw. an das Kanzleramt. Diese sind maßgeblich in der Gesetzgebung. Auch das Bundesgesundheitsministerium ist ein möglicher Adressat.

Wenden Sie sich an kommunale Politiker wenn ihr lokales Krankenhaus einen lokalen Träger hat, damit diese auf Landes- und Bundesregierung die Bedürfnisse weitertragen, z.B. bei Finanzierungsverhandlungen in Gesundheitsministerien. Jeder Lokalpolitiker sollte ein Interesse an einer guten, nicht-gefährdenden Patientenversorgung seiner Wähler haben.

Schreiben Sie an den Vorstand ihres Krankenhauses mit der Bitte um bessere Personalbemessung zugunsten „der Einnahmequelle“ Patient, der Qualität und sicheren Personalsituationen ohne Gefährdungsanzeigen und stillschweigenden Überlastungen. Für zufriedene Mitarbeiter. Jeder Controller weiß das sich negative Mundpropaganda von unzufriedenen Patienten bei elektiven Eingriffen innerhalb von einem ¾ Jahr auswirkt.

Bringen Sie dabei eigene Bezugspunkte oder Erlebnisse, Bedürfnisse und Wünsche mit ein. Werben Sie um Aufmerksamkeit für das Thema. Geben Sie zu Bedenken das die aktuell im Bundestag befindliche Gesetzesreform nur der Tropfen auf den heißen Stein ist und es einen realistischen Personalbemessungsschlüssel braucht um wirkliche Entlastung zu bewirken. Z.B. von 1 Pflegekraft zu max. 8 Patienten in Schichten untertags auf „Normalstationen“ und keine Nachtdienste alleine auf „Normalstationen“. In Intensivpflegebereichen einen durchgehenden Personalschlüssel von 1 Pflegekraft zu maximal 2 Patienten.

Wichtig: Bitte bleiben Sie stets höflich und greifen Sie den/die Adressaten nicht an. Vorwürfe an den/die Adressaten nützen niemanden.

Der o.g. Text wurde etwas gekürzt von RDPfleger übernommen
und erschien dort als Originaltext in voller Länge.
Erstpublikation: 09.07.2015
Letzte Änderung der Quelle vor Textübernahme: 10.07.2015 .
Der Autor ist über o.g. Seite zu erreichen.

Auf seiner Seite findet Ihr sämtliche Adressen dazu,
sowie weiterführende Links.

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habt aber leichte Orientierungsprobleme
und braucht Hilfestellung zur Anmeldung oder für den Einstieg,
so schreibt uns eine Mail an Pflegenot@yahoo.de wir helfen euch gerne dabei.