Was einem passieren kann wenn man Rechte einfordert.

Wir sind ein Betrieb in der Pflege. Wir kümmern uns um schwerkranke Menschen, die ohne 24h Überwachung keine Möglichkeit zum Weiterleben haben.
Natürlich sind wir uns bewusst, dass diese Menschen immer auf uns angewiesen sind und wir deshalb freundlich und professionell sind. Wir haben ein Pflegeleitbild wie aus dem Buch.
Wir werben mit eine ausgeglichenen Work-Life-Balance um neue Mitarbeiter. Bla bla bla…

Aber jetzt mal im Ernst,
Dieses ganze Papier, auf dem das steht, kann man getrost anzünden.
Es ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde. Es ist ganz einfach eine Lüge.
Eine gesellschaftlich akzeptierte Lüge.
Warum ich das sage? Weil es jeder, der es sehen will, auch sehen kann.
Aber man liest ja lieber Pflegeleitbilder und Internetseiten und vertraut MDK Bewertungen,
in denen kaum eine Einrichtung unter der Note Eins abschneidet.
Und wir tun das obwohl jeder weiß, dass wenn doch alle eine Eins haben entweder das Niveau lächerlich ist oder einfach beschissen wurde.
Ähnlich ist es beim Thema „Work Life Balance“. Alle Betriebe im Gesundheitswesen sind natürlich stets um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter besorgt. Woher kommen dann aber die ganzen überlasteten und kranken Kollegen? Sind die alle unterdurchnittlich belastbar oder haben die einen Burn Out weil die viele Freizeit sie so überfordert? Wohl kaum.
Wann kommt denn mal die Gewerbeaufsicht und überprüft Verstöße gegen das ArbZG.
Die Antwort lautet: NIE! Warum denn auch?
Es beschwert sich ja niemand, denn in der Pflege so heißt es, ist alles anders.
Und über die papiergewordene Selbstbeweihräucherung per Pflegeleitbild will ich gar nicht erst reden, da ich sonst mein Frühstück von der Tastatur kratzen muss.

Zum eigentlichen Thema
Ich habe mir schon länger, besonders bestärkt aber durch die Beiträge im Blog Pflegenot,
überlegt, mir das nicht mehr bieten zu lassen.
Um zu verstehen was hier geboten wird, muss man erst einmal wissen, dass wir in der ausserklinischen Beatmungspflege 12h Dienste haben.
Das ist wichtig um zu verstehen, was es heißt fünf Nachtdienste am Stück zu arbeiten.
Das ist nämlich das Maximum dessen, was der Gesetzgeber zulässt. Aber da in der Pflege ja alles anders ist, ist bei uns noch lange nicht Schluß.
zum Beispiel die 136h in 14 Tagen, wie ich sie grade hinter mir habe.

Eigene Schuld denkt ihr?
Ja sicher, muss ja keiner machen so ne kranke Scheiße. Das ist ja auch nicht gut für die Patienten, wenn da einer hockt, der offensichtlich kein zu Hause mehr hat.
Richtig! Das ist für niemanden gut.
Aber ich erkläre euch jetzt mal, was passiert wenn ihr tatsächlich aufsteht und sagt: NEIN.
Kurzfassung: Ihr geht kurz drauf zum Arbeitsamt!
Exakt so ist es mir wiederfahren. Die Vorgeschichte zu diesem Finale ist hier zu lesen.
Ich habe alles was dort steht noch mal bei meiner PDL thematisiert und deutlich gemacht, dass ich nicht bereit bin so etwas weiter mit zu tragen.
Ich habe gesagt, dass ich nicht ausschließlich Krankenpfleger sondern vor allem Familienvater bin und Zeit mit meinen Kindern verbringen will.
Dass es Grenzen der Belastbarkeit gibt. Dass das alles auch nicht im Sinne der Patienten ist.
120h am Stück und dann 3 Tage frei,
keine Geschichte, die unter exzellente Work-Life-Balance fällt.
Ende vom Lied war ein Dienstplan in dem ich vier freie Tage hatte in 3 Wochen.
Nochmal zur Erinnerung: Trotz 12h Schichten!
Untragbar….
Aber es kam noch besser.
Ich wurde zu einem weiteren Dienst verpflichtet und da waren es nur noch 3. Bei der Gelegenheit wurde mir ein Termin für ein Mitarbeitergespräch genannt, an dem ich zu erscheinen habe.
Ein Gespräch mit der Geschäftsführung, also sehr wichtig.
Was dann geschah war wie in einem schlechten Film.
Ein Kollege rief an und sagte er solle bei uns einspringen, einen Tag nach diesem Gespräch.
Dabei war der Dienst gedeckt.
Ich wurde hellhörig.
Er sollte MEINEN Dienst übernehmen!

Dann kam der Tag des Gesprächs.

Wohl eher des Standgerichtes, im Nachhinein betrachtet.
Ich komme zum Termin, man lässt mich, wie es sich für einen niederen Mitarbeiter gehört, eine halbe Stunde warten.
Ich werde ins Büro gebeten, 3 Leute sitzen mir gegenüber.
Meine PDL, der Geschäftsführer und eine mit Block und Stift bewaffnete Bürokraft.
Man sagt mir ins Gesicht ICH wäre untragbar für das Unternehmen.
Der Geschäftsführer persönlich meint, ihm würde „meine Art nicht gefallen“ und es folgen allerlei belanglose Plattheiten, die offensichtlich nur dazu dienen sollen, mich zu provozieren. Während dessen nutzte ich die Gelegenheit und las die Zettel, die er auf dem Tisch liegen hatte. Kündigungsschreiben in zwei verschiedenen Ausfertigungen mit meinem Namen darauf.
Es folgten weitere Anschuldigungen, die immer noch nicht meine Arbeit betrafen, sondern einfach nur persönlich beleidigend waren.
Dann der Hauptvorwurf: Ich würde durch meine ständigen Forderungen Unruhe in den Betrieb bringen, das wäre nicht hinnehmbar.

Ich blieb ruhig, gezwungen ruhig…

…denn auf dem Tisch lag auch eine fristlose Kündigung mit meinem Namen, die Begründung konnte ich nicht lesen, ahnte aber, dass es wohl was mit der sehr provozierenden Gesprächsführung seitens PDL und Geschäftsführung zu tun haben könnte.
Denn Gründe, die außerhalb meiner unverschämten Forderung nach Einhaltung von Arbeitsverträgen und gesetzlichen Vorschriften lag, kamen bis zuletzt nicht. Dafür aber der schockierende Vorwurf, ich hätte es einmal versäumt meine PDL zu begrüßen.
Ja, dafür kann man auch schon mal jemanden kündigen.
Es war also Fresse halten angezeigt.
Gegen Ende des Gesprächs wollte mir die Geschäftsführung dann noch einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg gebe. „Nehmen Sie`s besser sportlich. Ich verfüge dann doch über weitaus mehr Kleingeld für Anwälte als Sie.“ Ist doch nett oder?

Ein paar Einwürfe meinerseits über gestrichene Überstunden und nicht Einhaltung des Arbeitsvertrages bezüglich der maximalen Wochen Arbeitszeit interessieren keinen, Übergabe der Kündigung und Ende der Vorstellung.

Weiter gehts…

An diesem Tag war außerdem noch Teamsitzung. Meine PDL hatte vorsorglich bereits der Teamleitung gesagt, ich wäre wahrscheinlich krank.
Netter Versuch!
Natürlich bin ich hin gegangen und ich werde auch weiterhin zum Dienst gehen.

Ich habe nämlich noch ein Ass im Ärmel. Ich wurde gewarnt, lange bevor das alles passiert ist.
Ich mache das schon viel zu lange mit um zu glauben, es gäbe noch Gute in diesem Spiel.
Da gilt die alte Binse: „Scheiße schwimmt oben!“
Natürlich nicht immer, aber im Schnitt passt es.

An dieser Geschichte seht ihr aber: In unserem Gesundheitssystem geht es um Geld, nicht um Menschen, weder die im Bett noch um die davor!
Es geht um Umsatz, Zahlen und return of investment.
Da hat Pflege keine tragende Rolle.

Die, die das Geld letzten Endes am Bett einspielen, sind die Dummen, zumindest wenn sie nicht gemeinsame Sache machen. Die meisten lassen sich aber durch kleinste Privilegien und Vorteile gegeneinander ausspielen, sie bespitzeln sich teilweise gegenseitig nur um in der Hierarchie ein kleines Stückchen aufzusteigen. Sie lassen sich hetzen und verlieren dabei sich und ihr Umfeld aus dem Blick.

Es bleibt aber zu fragen wie kann so etwas passieren?
Es ist eigentlich ganz einfach. Obwohl in den Arbeitsvertägen geregelt ist, dass maximal 48h in der Woche gearbeitet werden, oder in Ausnahmefällen 60, wenn in der Folgewoche ausgeglichen wird damit nicht mehr als 96h in 2 Wochen möglich sind, obwohl jedem bewusst ist, dass Dienstpläne nie ohne Rücksprache geändert werden können und dass Dienstverpflichtungen nicht ganz einfach sind, machen alle mit. Alle haben ihre Gründe. Bei dem einen ist es Angst um den Arbeitsplatz, andere hoffen dadurch irgendwann in eine Position zu kommen, nicht mehr am Bett stehen zu müssen, wieder anderen reichen schon kleinste Privilegien als Motivation.
Das führt dazu, dass die Pflege völlig entsolidarisiert ist. Wenn es einen erwischt, in diesem Falle mich, dann hält man zwei Sekunden inne, aber dann ist auch gut. Es muss ja weiter gehen.
Ich weiß, dass es wie bei anderen Kollegen irgendwann heißt. „Der war ja doch irgendwie komisch.“ oder „Der hat alles wohl nicht ernst genug genommen.“ „Der hätte doch wissen müssen, dass man gegen die da oben keine Chance hat.“ Solche Dinge halt.
Es wird verdrängt worum es ging. Niemand gesteht sich ein, dass ich nur laut ausprach, was alle hinter vorgehaltener Hand gesagt haben:
„Wir sind Pfleger und nicht die Leibeigenen des Betriebs“
Jeder weiß, dass wir zusammen das Boot hätten wenden könnten!
Aber die Pflege ist am Boden, ein handlungsunfähiger Haufen von Menschen der sich aufgegeben hat.

Ja Leute, das ist mein Bild von euch. Es gibt zwar Ausnahmen, die reichen aber offensichtlich nicht für eine substanzielle Veränderung.

Ich für meinen Teil mache da nicht mehr mit.
Ich wehre mich!
Auch alleine!
Denn ich kann mir noch eine Existenz vorstellen, in der ich als Mensch zähle, nicht nur als Pfleger. Ich bin nicht mein Beruf.

Quelle: Garcon de Piss

12 Gedanken zu „Was einem passieren kann wenn man Rechte einfordert.

  1. frlding

    So eine verdammte Scheiße die du erlebst.

    Leider und trügerischerweise denkst du, es wäre nur in der Pflege so. Es ist auch in der Gastronomie so, da wird auch einen klipp und klar ins Gesicht gesagt, dass man eben gehen kann, wenn man „keine Lust auf sowas hat“.

    Mir ist druchaus bewusst, dass man in der Gastronomie nicht diese Verantwortung hat, wie in der Pflege.

    Dennoch nimmt es sich überhaupt nichts.

    Ich hoffe, du bleibst so, wie du bist und wirst keiner dieser Duckmäuser.

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  2. Beatrice

    Gibt es in deinem Betrieb einen Personalrat? Hast du die Möglichkeit dir einen Anwalt zu nehmen?
    Ich hoffe in jedem Fall, dass die Geschichte für dich und deine Familie ein gutes Ende nehmen wird.

    Diese Methoden der Entsolidarisierung kenne ich von meinem Ex-Arbeitgeber, ich war selbst auch blauäugig genug, das Spielchen lange Zeit mitzuspielen. Aber irgendwann war es genug und so kündigten 8 erfahrene Vollzeitkräfte auf einmal – was für ein kleines Haus, in dem ohnehin schon Personalmangel herrscht nicht leicht zu verkraften war.
    An Solidarität fehlt es tatsächlich in der Pflege, weswegen es mit Arbeitskampf in unseren Reihen auch nicht wirklich zum Besten steht. Aber was kann man tun?

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  3. Christoph Harder

    Moin. Richtig so. Genau deshalb bin ich Freiberufler geworden, um selbst zu bestimmen. Von den Angestellten kommt ja auch immer die eigene Ausreden „ich mach es für meine Kollegen oder für die Bewohner“.
    Meine Reihenfolge:
    1. Meine Familie
    2. Mein Hobby Motorrad inkl. Club leben
    3. Unser Haus mit Garten
    4. Arbeit nach meinen Wünschen

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  4. Sonja Hansel

    Richtig so!

    Es ist leider so, dass zwar sehr viele meckern, aber selbst nichts ändern (wollen). Wozu auch, man hat zumeist einen recht sicheren Job und soo schlimm ist das Ganze ja nun doch nicht, wir meckern doch sowieso so gern an allem und jedem rum…

    Ich habe diese Auffassung schon als Schülerin vertreten und auch geäußert. Beliebt war ich dadurch kaum, meinem Seelenfrieden jedoch hat das sehr gut getan.

    Jetzt als (immernoch frisch) Examinierte habe ich mir ein Arbeitsumfeld gesucht, in dem zwar Flexibilität eine große Rolle spielt, jedoch gilt das hier für beide Seiten und wird auch durchgesetzt. Natürlich gibt es auch hier Vorgesetzte, die das in Krisenzeiten gerne etwas anders sehen und Kollegen, die das mit sich machen lassen.

    Ich habe manchmal das Gefühl, wir als Pflegekräfte sind zu abhängig von anderen, deren Meinung, dem Bild, das wir vertreten. Was sollen nur die anderen denken? Und das altbekannte Helfersyndrom…

    Ich liebe die Arbeit mit meinen Patienten. Aber ich werde nicht für Ihr Wohl und schon garnicht für das der Firma mein Leben – auch nicht in Teilen – aufgeben!

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  5. Kaktus

    Hut ab!! In der Heimbeatmung habe ich nach exakt sechs Monaten genug gehabt! Habe ja schon Einiges an Ausbeutung erlebt, aber dort war es bislang am extremsten!
    Aber dafür sind alle sooooooooo NETT gewesen… (Ironie aus)
    Natürlich muss solch frevelhaftes Benehmen eines Arbeitgebers abgestraft werden, aber dafür braucht es einen guten Anwalt. Aus diesem Grund habe ich mich damals noch am Tag des bestandenen Examens bei einem großen Berufsverband als Mitglied gemeldet. Berufsrechtsschutz und -haftpflicht sind über den Beitrag abgedeckt.
    Ich wünsche dir einen TOP-Rechtsbeistand, den diesen Fuzzies Mores lehrt! Und einen Arbeitsplatzwechsel, der dir eine Verbesserung bringt (man denkt ja, schlimmer kann es kaum noch werden…)

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  6. Emilia Erdmann

    Hi,
    hast du ERfahrungen damit, dich an Gewerkschaften zu wenden, die dich in deiner individuellen Misere irgendwie unterstützen, bei Mitgliedschaft REchtsbeistand ermöglichen (manchmal, wenn sie finden, dass es ERfolgschancen gibt) und jedenfalls was gegen die Vereinzelung bei den Konflikten, die du beschreibt, tun KÖNNEN. Ist ja lokal sehr unterschiedlich, wie gut die eingreifen.

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  7. Krüml

    Hi,
    ich bin selbst nicht in der Pflege, aber ich finde es immer spannend und grausam zu lesen, was bei euch so passiert.
    Würde es in deinem Fall nicht eventuell was bringen, ihn an die Presse ran zu tragen? Für mich klingt das nach so einem Skandalgeschichtchen, dass der eine oder andere Verein bestimmt gerne bringen würde. Man müsste nur wissen, ob das eventuelle eine neue Stelle gefährden würde. Aber solange du Beweise an der Hand hast und die nicht, dann ist ne fristlose Kündigung rechtlich sehr anfechtbar, meiner Meinung nach. Die Missstände müssen einfach irgendwo hin, wo sie gehört werden. Wo ein Skandal drauß gemacht wird. Wo Leute sehen, dass das nicht so sein kann.
    Ein Blog kann Menschen erreichen. Aber das scheint leider noch lange nicht zu reichen.
    Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, zu was auch immer kommen mag.

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    1. Angelika

      Krümel das ist alltäglich so. Es kommt so viel in die Medien und, ändert sich was, nein? Kleckerweise stellt man alles mal wieder ruhig und dann geht es Jahre weiter wie bisher.

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  8. esWarEinmal

    Hallo, auch wenn ich nicht in der Pflege, sondern in der Demenz-Betreuung tätig war, kann ich Ihre Angaben größtenteils bestätigen und Ihre Wut … vollkommen verstehen.
    In der Geschäftsführung (privat geführte Altenheim-Kette mit ca 15 Häusern bundesweit) wurden immer neue „Ideen“ offeriert und „angewiesen“…

    es gab einige Hammerschläge

    einer war
    z.B. von dem eh schon knapp bemessenen, von den Kassen und den Heimen centmäßig hart verhandelten täglichen „Verpflegungsgeld“ (ich nenne es jetzt mal so) sollten pro Tag und Bewohner 2 Euro „abgezogen“ werden. Bei durchschnittlich 120 Bew. – nur in „unserem Haus“ – … machte das 240 Euro am Tag !!!
    Es gab keine Begründung, nur die Anweisung. Es ging, wie ich jetzt WEISS, nur um Bereicherung…

    Es kam dann oft zu Situationen, wo ich als Bezugsperson, als „Betreuerin“ innerhalb der Heimgemeinschaft, von Bew. und deren Angehörigen gefragt wurde, warum „Mutti“ nur noch 1 Scheibe Brot am Abend bekommt… und warum sie immer Hunger hat… und warum es keine richtige Obst-Zwischenmahlzeit mehr gäbe… usw.

    Ich bin ein ehrlicher, freundlicher Mensch, habe die Schulung zur Betreuungskraft gemacht, weil ich unterstützen, da sein wollte, unter die Arme greifen, wenn nötig, zuhören wenn erwünscht, auch einfach mal 2 bis 5 sekunden länger hinsehen, aufmerksam sein und Situationen erfassen und entsprechend „reagieren“… ich wollte die „alten“ Leutchen erfreuen, ihnen freundliche, fröhliche und unbeschwerte Zeiten geben, auch in schwierigen Situationen für sie da sein und diese vielleicht sogar entschärfen usw.

    Aber bitte, WAS sollte ich sagen???

    Sollte ich lügen? Sie zur Heimleitung/PDL „weiterleiten“ mit ihren Fragen? Die hätten mich aber rundlaufen lassen…
    Was habe ich gesagt? Dass ich es nicht wüsste… und hinterher war mir k..übel…

    Ich habe nach knapp 3 Jahren tatsächlich ein „Burn-Out“ bekommen,
    weil ich mit dem „Drumherum“,
    der Bürokratie,
    der menschenverachtenden Art, Menschen zu „verwalten“ und abzukassieren, ihnen eine Nummer zu geben und zu schauen, dass nach Ableben innerhalb von 2 Tagen spätestens das Zimmer/Bett wieder belegt wird,
    mit der MenschenWÜRDE abtuenden „Pflege-Diktatur“ und dem Schulterzucken der Vor-Ort-Leitung
    nicht mehr klar gekommen bin… ich konnte es einfach nicht mehr mit mir und meinem Gewissen vereinbaren, zu „lügen“, zu „betrügen“ und das mit der „Anweisung“ von oben…

    Ich finde diesen blog und die Kommentare hier richtig und wichtig und gebe die Hoffnung nicht auf, dass es mehr Menschen wie uns gibt und geben wird, die diese Schmach nicht mehr hinnehmen…

    Antworten
    1. Angelika

      alles melden, was Euch nicht geheuerlich vorkommt. Geht auch anonym bei der Heimaufsicht. Nur wer unter Kontrolle der Aufsicht steht, muss was ändern.

      Antworten
      1. esWarEinmal

        Hi, ich hatte da angerufen, bei der Heimaufsicht, einmal anonym, dann als sich nix tat, mein Mann mit unserem Nachnamen, der sehr häufig ist hier…. und mich dann später direkt bei der Heimaufsicht nochmal mit jemandem von den „Kontrolleuren“ verbinden lassen…. aber es wurde nicht für voll genommen…

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  9. Angelika

    Es ist alles so furchtbar aber so geht es zu. Es zählen keine Menschen. Ich kann auch genug erzählen. Letzte Woche weinte ein Bewohner bitterlich weil er 4 Wochen nicht geduscht wurde. Das erzählte mir eine Kollegin. Es gab abends kein Essen weil der Kollege meinte, er sei nur zum Spülen da. Wer in der Pflege arbeitet, weiß, was los ist. Der gestrige TV – Bericht hat mich nur wütend gemacht. Die Politiker stellen sich kackfrisch hin und bestreiten auch noch. Inzwischen schließen wenigstens Heime, die menschenunwüdig sind.

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